„Ein Museum lebt, es wächst und verändert sich“

Die jungen Künstler begeisterten das Seesener Publikum am Mittwoch im Musem.

Höhepunkt des 5. Internationalen Hugo-Staehle-Festivals für junge Pianisten ist das Schülerkonzert in Seesen

Louis Spohr – geboren am 5. April 1784 in Braunschweig, verbrachte der Geiger, Komponist, Dirigent und Pädagoge seine Kinderjahre von 1786 bis 1796 in Seesen. Gemeinsam mit Dr. Lorenz B. F. Becker, dem Vorsitzenden des Fördervereins Louis-Spohr-Stiftung, begaben sich am Mittwoch junge Nachwuchsmusiker auf die Spuren von Louis Spohr und seinen Meisterschüler Hugo Staehle. Denn bereits zum fünften Mal fand in diesem Jahr das Hugo-Staehle-Festival für junge Pianisten statt. Dieses Festival erinnert nicht nur an die beiden herausragenden Musiker, es dient zugleich dem musikalischen, internationalen Jugend- und Kulturaustausch. Und der diesjährige Ausflug sollte die Festivalteilnehmern auf Spohr Spuren in den Harz führen. Eine Höhepunkt ihrer Reise war das Schülerkonzert am Mittwochnachmittag: auf historischen Instrumenten im neugestalteten Spohr- und Steinwaysaal des Städtischen Museum.
Begrüßt wurden die anwesenden Gäste von Renata Jahns vom Freundeskreis Städtisches Museum. Jahns brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass dieses Schmuckstück mit dem Konzert junger Pianisten erneut in den Fokus der Öffentlichkeit rückte.
„Ein Museum lebt, es wächst und verändert sich. So ist auch die Neukonzeption dieses Museums gedacht: nicht Stillstand und Abschluss, sondern Entwicklung und Perspektive“, so Renata Jahns. Unter den Gästen konnte sie auch den Bürgermeister der Stadt Seesen, Erik Homann, sowie den Vorsitzenden des Fördervereins der Louis-Spohr-Stiftung Kassel, Dr. Lorenz Becker, willkommen heißen. Auf Einladung des Freundeskreises war aber auch Dr. Wolfram Boder unter den Gästen – er hatte den Künstler Louis Spohr intensiv erforscht und sollte im Anschluss des Konzertes einen äußerst informativen Vortrag über das Leben und Wirken Spohrs halten.
Zunächst waren aber die Musiker an der Reihe: Die jungen Ausnahmekünstler gaben sich die Ehre und versetzten das Publikum mit ihrem Können ins Staunen. Und während der ein oder andere die Vorträge mit geschlossenen Augen genoss, musste so manch einer die Augen geöffnet lassen, weil er wohl kaum glauben konnte, dass die Musiker noch so jung waren – und spielten wie „alte Hasen“.
Mit Hilfe der Musik und des pianistischen Austauschs werden während dieses Festivals einzigartige Brücken zwischen allen teilnehmenden Ländern erbaut. Junge Pianistinnen und Pianisten im Alter von acht bis 23 Jahren durften sich auf Meisterkurse freuen, die von international erfahrenen und namhaften Pianisten und Pädagogen aus acht Ländern geleitet werden, sowie auf vier Konzerte bei denen sie mit den erarbeiteten Werken Podiumserfahrung sammeln können. Und das Seesener Publikum zeigt sich begeistert und verabschiedete die jungen Musiker, die zum Teil aus den großen Zentren der Klaviermusik in Frankreich und Russland aber auch aus Kroatien, Italien, Korea und Deutschland kamen, mit einem kräftigen und herzlichen Applaus.
Im Anschluss gab Dr. Wolfram Boder einen spannenden Einblick in den Werdegang Louis Spohrs und sprach unter anderem auch über seine charakteristischen Merkmale, deren Ursprung oft in Seesen zu begründen sind. Denn Seesen war für Louis Spohr das Fundament einer langen und erfolgreiche Kariere.
Zum Abschluss des Nachmittages, der ganz im Zeichen von Louis Spohr stand, wurden eine Wandgrafik und eine Vitrine, die neuerdings den Louis-Spohr-Raum im Städtischen Museum erweitert, der Öffentlichkeit präsenitiert. Und auch Winfried Barkschat, Regionsleiter der Braunschweigischen Landessparkasse, hielt noch eine kleine Überraschung bereit. Er überreichte das neue Louis-Spohr-Portrait, von Wolfgang Spittler realisiert und der Braunschweigischen Landessparkasse finanziert, offiziell an das Städtische Museum.