Ein „pupsiger“ Spaß für die ganze Familie

Die schauspielerische Leistung des bekannten Theater-Duos ließ nichts zu wünschen übrig.
 
Skeptisch beäugen sich Cowboy Klaus (Christoph Huber) und der Indianer (Stefan Dehler) bei ihrer ersten Begegnung.

Stille Hunde begeistern über 100 große und kleine Zuschauer im Bürgerhaus

Großes Gelächter, johlende Kinder und anhaltender Beifall: So lassen sich die Reaktionen des Publikums, das nahezu zu gleichen Teilen aus Kindern und Erwachsenen bestand, auf die Aufführung der Stillen Hunde am Sonntagvormittag am Besten zusammenfassen. Denn das was die beiden Schauspieler Stefan Dehler und Christoph Huber mit Unterstützung ihres Gitarristen Leon Hast den weit über 100 Zuschauern im Seesener Bürgerhaus boten, war nicht nur urkomisch, sondern auch richtig toll inszeniert.

Mit einfachen Requisiten schafften es die beiden, ein authentisches Bild der Handlung zu zeichnen. Dabei gelang es ihnen nicht nur Kuh „Rosi“ und das Schwein „Lisa“ auf die Bühne zu bringen, sondern auch ein Pony zu mimen, das neben Cowboy Klaus als das „pupsende Pony“ eine Art Hauptrolle spielte.
Mit dem Stück „Cowboy Klaus und das pupsende Pony“ hatten die beiden Schauspieler natürlich auch allein schon vom Titel her die Lacher der Kinder auf ihrer Seite, denn Pupsgeräusche, die es reichlich gab, dürften gerade bei fünf- bis zehnjährigen Hochkonjunktur haben.
Cowboy Klaus ist eigentlich gar kein richtiger Cowboy. Klaus ist Farmer, und zum Cowboy-Sein fehlt ihm noch eine ganze Menge. Weder trinkt er seinen Kaffee aus Blechtassen, noch schläft er am Lagerfeuer, sondern im Federbett, und seine Feldarbeit als Gemüsebauer ist weit entfernt von einem Dasein als Kühe treibender Cowboy. Klaus ärgert sich darüber maßlos, und der gebürtige Schweizer Christoph Huber spielt diesen Ärger und die Enttäuschung mit solch einer Inbrunst und Überzeugung, dass es wirklich unmöglich war, sich ein Lachen zu verkneifen, was sich auch immer wieder in den Reaktionen des Publikums zeigte.
Eines Tages, als Cowboy Klaus die Feldarbeit so richtig stinkt und er fürchterlich zu Fluchen beginnt: „Gartenarbeit stinkt nach Rübengrütze, Gartenarbeit stinkt nach Schimmeleintopf mit Froschpippi, Gartenarbeit stinkt nach Ponypups...“ Und kaum hatte er seine letzte Schimpftirade ausgesprochen, da sah er in seinem Maisfeld ein Pony, ein Pony das unentwegt pupste. Klaus ist glücklich, denn so ein Pferd zum Reiten, hatte ihm auf seinem Weg zu einem echten Cowboy ja noch dringend gefehlt. Doch leider lässt sich dieses eigentümliche Pony nicht so einfach reiten, sondern saust mit Klaus, der sich unter großer Anstrengung an dem Tier festklammert, raus in die weite Prärie.
Dort trifft Klaus schließlich auf einen Indianer, der sich als Eigentümer des ungewöhnlichen Tieres zu erkennen gibt, und Klaus erzählt, dass lediglich Indianer auf dem pupsenden Pony reiten können. Aus diesem Grund werden die beiden Milchbrüder, weil ihnen die andere Alternative, Blutsbrüder zu werden, doch ein wenig zu schmerzhaft erscheint. Mit ein wenig Schminke und Federschmuck auf dem Kopf gelingt es schließlich auch das pupsende Pony zu täuschen, so dass Klaus seinem Traum ein echter Cowboy zu werden, der munter durch die Prärie reitet, zumindest für einen Tag richtig nahe kommt. Und da Milchbrüder sich von Zeit zu Zeit besuchen, wird Klaus noch häufiger in den Genuss kommen ein echter Cowboy zu sein.
Dargestellt wurden die Tiere in diesem Stück übrigens mit einfachsten Mitteln von Stefan Dehler, der mithilfe einer grünen Schiebetür, zunächst mit einem Blecheimer vor dem Gesicht die Kuh „Rosi“ mimte, und später mit einem Kissen, das in einem alten Kartoffelsack steckte, das pupsende Pony zum Leben erweckte. Für ihre Darstellung von „Cowboy Klaus und das pupsende Pony“, das auf einem Buch des Autorin-Grafiker-Gespanns Eva Muszynski und Karsten Teich basiert, erhielten Huber und Dehler, sowie Gitarrist Leon Hast, der für die musikalische Inszenierung sorgte, langanhaltenden Applaus und den Blick in zahlreiche glückliche und vergnügte Kindergesichter.