Ein Stück Seesener Geschichte

Die Steinways: eine Erfolgsgeschichte, die in Seesen ihren Urspung hat.

Buchautor Dirk Stroschein hält Vortrag über William Steinway im Seesener Bürgerhaus

Der Harzklub-Zweigverein Seesen freut sich darauf am Donnerstag, 9. Oktober, William Steinway mit einem von Dirk Stroschein gehaltenen Vortrag posthum ehren zu können.

In dem Vortrag soll unter anderem von aufschlussreichen Begebenheiten berichtet werden, die sich zwischen dem Harzklub und William Steinway zugetragen haben.
Der Zweigverein wurde am 1. September 1886 im „Hotel Rorig“, dem heutigen Rathaus gegründet. William Steinway, der des Öfteren in Seesen weilte, identifizierte sich seinerzeit mit den Zielen des damals noch jungen Vereins. Aus diesem Grund übergab er ihm im Jahr 1892 die damals gewaltige Summe von 500 Goldmark zur freien Verfügung.
Im Vorstand war man sich einig, den Betrag nicht mit in die Neugründung des Kurparks einfließen zu lassen, sondern etwas Eigenständiges zu finanzieren. Es wurden verschiedene Vorschläge gesammelt, von denen die Errichtung eines Aussichtsturms auf der Eickmuhl den größten Zuspruch bekam.
Der Vorstand vom Harzklub legte aber alle Pläne auf Eis, als im März 1893 bekannt wurde, dass William Steinways Ehefrau Elisabeth in New York plötzlich verstorben war.
Man beschloss zum Gedenken an die Verstorbene oberhalb des Kurparks einen Pavillon zu errichten. Der Harzklub richtete ein Kondolenzschreiben an William Steinway und teilte ihm dieses im Anschluss daran mit. Auch die Kurparkkommission war einverstanden, was allerdings nicht verwundert, war doch der Vorsitzende vom Harzklub Oberamtsrichter von Rosenstein auch gleichzeitig Mitglied dieser Kommission. Zimmermeister Paetz übernahm die Planung und den Bau des „Elisabeth-Pavillon“, der zu Pfingsten seine Einweihung erfuhr.
Als bekannt wurde, dass ein Jahr später die Söhne von William nach Seesen kommen würden, wurde zusätzlich eine gusseisern Tafel in schön geschwungener Form angefertigt, auf welcher der Name des Pavillions, William Steinway in New York als Stifter und das Datum der Einweihung vermerkt wurde.
Da die Statik des Pavillons mangels nachlässiger Instandhaltung der verwendeten Holzmaterialien nachließ, beschloss man das Gebäude zur Zeit des Zweiten Weltkrieges abzureißen. Lediglich die heute im Museum aufbewahrte Tafel erinnert noch daran. Von dieser und noch von vielen anderen Geschichten wird der Referent bei seinem Vortrag zu erzählen wissen.
Dirk Stroschein recherchierte für sein Buch „William Steinway – Er war wo in Seesen und in New York“ nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA an den Stätten, wo die Steinways Spuren hinterlassen hatten. Seinen Vortrag unterteilt er in zwei Teile. Der erste umfasst die Seesener Zeit von der Familien- und Firmengründung seines Vaters Heinrich Engelhard Steinweg. Danach beschäftigt er sich mit den Aufenthalten des Seesener Ehrenbürgers in seiner Heimatstadt. Alle weltweiten und geschäftlichen Aktivitäten der Pianobaufirma bleiben dieses Mal außen vor.
Das von Dirk Stroschein geschriebene Buch stellt nicht nur William Steinway ins rechte Licht sondern beschreibt detailliert vom Leben im damaligen Seesen. Vieles, was er in dem Buch beschrieben hat, wird sich auch in seinem Vortrag widerspiegeln, den er durch Diabilder ergänzen wird. Wer dieses Buch besitzt, darf es gern für das Einschreiben einer Widmung mitbringen. Wer noch nicht im Besitz desselben ist, der hat die Möglichkeit, es nach dem Vortrag zu erwerben. Der Vortrag findet um 19 Uhr im 2. Obergeschoss im Seesener Bürgerhaus statt.
Der Unkostenbeitrag für Erwachsene beträgt zwei Euro.