Ein Vormittag bei den „Außerirdischen“

Heinz Christian Bauer löscht gemeinsam mit Sina das „brennende“ Haus.
 
Dietmar Schneider zeigt den Kindern, was das Feuerwehrauto so alles dabei hat.

Feuerwehr Bornhausen lädt Kindergarten zu Besuch ein – Eisessen inklusive

Bornhausen (hz). „Die AGT-Träger sehen aus wie Außerirdische“, weiß eines der Kinder aus dem Bornhäuser Kindergarten zu berichten. Denn im vergangenen Jahr war das Team der Feuerwehr Bornhausen zu Gast im Kindergarten. Nachdem der Notruf abgesetzt worden war, kamen die Feuerwehrmänner und retteten die Kinder aus den imaginären Flammen. Besonders die Atemschutzgeräte (AGT)-Träger hinterließen bei den Kindern einen bleibenden Eindruck. Schließlich sahen die freundlichen Männer in diesen merkwürdigen „Kostümen“ aus wie Außerirdische.
Nun besuchte der Kindergarten Bornhausen die Lebensretter in ihren Räumlichkeiten. Diese sind nämlich eigentlich ganz normal, wenn sie nicht gerade verkleidet sind. Und wenn sie diese gruseligen Masken nicht aufhaben, können sie sogar ganz freundlich sprechen und klingen gar nicht mehr wie „Darth Vader“.
Ortsbrandmeister Klaus Kiehne und seine Kollegen schaffen nicht nur die Nähe zu der Bevölkerung, sondern auch gezielt zu den Kindern. Wenn es im Ernstfall tatsächlich einmal brennen sollte, müssen sie wissen, wie sie sich zu verhalten haben und wen man anrufen muss. Außerdem sollte der Nachwuchs keine Angst vor den verkleideten Feuerwehrmännern haben, die mit großen Sauerstoffflaschen versuchen, Leben zu retten.
Zwischen den Kindern und den Feuerwehrmännern und -frauen in Bornhausen besteht schon ein fast familiäres Verhältnis. Schließlich besucht man sich jährlich wechselseitig und erfährt mehr über den Alltag des anderen. Die 27 Kinder, die am vergangenen Dienstag zu Gast waren, hatten an insgesamt drei Stationen viel Spaß. Zum einen gab es dort nämlich ein Haus zu löschen, zum anderen zeigte Klaus Kiehne spektakuläre Bilder von Einsätzen der Feuerwehr Bornhausen. Auch eine Überraschung wartete auf die kleinen Besucher: Der Feuerwehrwagen, der von Dietmar Schneider, dem Oberlöschmeister, genauer erklärt wurde, sollte sie später sogar wieder zurück zum Kindergarten bringen – natürlich erst nach einer kleinen Spritztour durch das Dorf.
Extra für die Besucher war ein Straßenstück vor dem Feuerwehrhaus abgesperrt. Hier hatte Heinz Christian Bauer einen Feuerwehrschlauch an den Hydranten angeschlossen, um Löschübungen mit den Kindern durchzuführen. Außerdem lernten sie, wo das Wasser eigentlich herkommt, und woher Feuerwehrmänner wissen, wo sich der nächste Hydrant befindet. Was alles in das große Auto der Feuerwehr passt, zeigten Dietmar Schneider, Melanie Hübner und Tanja Kiehne. Besonders viel Spaß bereiteten allerdings die Funkgeräte – eine faszinierend einfache Technik im Zeitalter der Handys und Smartphones.
Dass die Männer und Frauen in ihren grell-roten Jacken jedoch nicht immer so viel Spaß haben, sondern auch mit schwierigen Situationen konfrontiert werden, zeigte Klaus Kiehne. Er präsentierte zahlreiche Bilder von Einsätzen und Demonstrationen. Wie beispielsweise die Küche aussehen kann, wenn man versucht, einen Fettbrand mit Wasser zu löschen, versetzte die Kinder besonders in Staunen. Und weil immer wieder solche und andere Unglücke passieren, setzen die mutigen Feuerwehrmänner regelmäßig ihr Leben auf Spiel – um uns zu retten.