Einblicke in die Holzkohle-Gewinnung

Für das Gruppenfoto versammelte man sich vor der großen Köhlerhütte Stemberghaus.
 
Mit „flüssiger Holzkohle“ stießen die Herzsportler auf das Wohl der Köhler an.

MTV-Herzsportler unternahmen Ausflug zur Harzköhlerei Stemberghaus

Herzkranke Menschen sind eine Schicksalsgemeinschaft.

Sie üben als Gruppe nicht nur ihren Herzsport gemeinsam aus, sondern sie legen auch außerhalb der Sporthalle großen Wert auf gesellschaftlichen Zusammenhalt. Letzteres tun sie, indem sie unter anderem ihr Sommerfest oder Weihnachtsfest im angemessenen Rahmen gemeinsam feiern oder zu gemeinschaftlichen Busfahrten aufbrechen.
Und zu einer solchen Busfahrt machten die MTV-Herzsportler sich zusammen mit ihren Partnern und Freunden im Rahmen ihrer Frühlings-Halbtagesfahrt jetzt wieder auf.
Mit einem Reisebus der Firma Bandura aus Rhüden starteten sie in Richtung Oberharz, genauer gesagt zur Harzköhlerei „Stemberghaus“, die auf der Hochebene des Ostharzes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Nationalpark Hochharz bei Hasselfelde liegt und als eine der letzten Köhlereien unserer Heimat die Gelegenheit bietet, die traditionsreiche Verkohlung des Buchenholzes vor Ort kennenzulernen.
Für den Weg dorthin hatte Busfahrer Detlef Schaare nicht nur die landschaftlich schönste Wegstrecke für seine Fahrgäste ausgesucht, sondern er ließ sie unterwegs auch an seinem umfangreichen Wissen über örtliche, geschichtliche oder sonstige Besonderheiten teilhaben. So zeigte er ihnen beispielsweise auf der Hinfahrt in Clausthal-Zellerfeld die Nachbauten der früher im Bergbau eingesetzten großen Wasserräder oder das riesige Loch, welches durch den Kalkabbau durch die Firma Fels-Werke bei Elbingerode entstanden ist. Oder er machte sie auf der Rückfahrt mit der Teufelsmauer oder der geschichtlichen Besonderheit der Welfen mit dem Schloss von Blankenburg vertraut.
In der Harzköhlerei Stemberghaus wurden die Herzsportler vom Betriebsinhaber persönlich recht herzlich begrüßt und mussten nach einer kurzen Einführung zur Geschichte der Holzkohle, deren Verwendungszweck, dem Aufbau eines Meilers und dem Kohlen zunächst mit einem Gläschen „flüssiger Holzkohle“ mit einem dreifachen „Gut Brand“, dem Wahlspruch der Köhler, auf das Wohl der Köhler anstoßen. Die Herzsportler erfuhren zum Beispiel, dass Holzkohle lediglich zu 30 Prozent zum Grillen, ansonsten jedoch zu 70 Prozent für medizinische Zwecke, für Filter in Dunstabzugshauben in Küchen oder Pollenfiltern in Autos und zu anderen Zwecken, die in diesem Umfang gar nicht allgemein bekannt sind, verwendet wird.
Anschließend ergab sich ihnen die Möglichkeit, in dem für Deutschland einzigartigen Köhlerei-Museum Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der Köhlerei zu nehmen und zu erfahren, unter welchen schwierigen Bedingungen die Köhler einst lebten und arbeiteten. Das Köhlerhandwerk im Harz ist uralt und schafft seit frühester Zeit eine Klammer zwischen den überirdischen und unterirdischen Reichtümern des Gebirges, zwischen dem Holz und den Erzen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bildeten Waldarbeit, Bergbau und Köhlerei neben einer geringfügigen Landwirtschaft die Haupterwerbsquellen der Harzer.
Bevor die Herzsportler sich auf den Heimweg machten, ließen sie sich in der zum rustikalen Ambiente passend eingerichteten großen Köhlerhütte bei einem Pott Kaffee noch leckeren und frisch gebackenen Kuchen schmecken.
Auch wenn sie unmittelbar nach den Osterferien am 6. April ihren Herzsport-Übungsbetrieb wieder aufnehmen, freuen sie sich doch jetzt schon jetzt auf ihre Ganztagesfahrt im Sommer, die am 29. Juni an die Küste nach Bremerhaven geht.