Eine Intrigantin mit guter Absicht

Lessings meist gespieltes Theaterstück: Minna von Barnhelm.

Minna von Barnhelm: Gotthold Ephraim Lessings meist gespieltes Theaterstück am 18. November in Seesen

Eine „Intigrantin mit guter Absicht“, eine gewitzte Schauspielerin und Komödiantin als Hauptfigur. Vor einem real gezeichneten geschichtlichen Hintergrund lässt sie ein gewagtes Spiel führen, um ihren Verlobten von seinem starren preußischen Ehebegriff abzubringen. So zeigt sie den Weg von Stolz und Pflichtbesessenheit hin zur Menschlichkeit auf. Die Rede ist von Minna von Barnhelm.

Das Theater der Stadt Seesen präsentiert Lessings meist gespieltes Theaterstück „Minna von Barnhelm“ am Dienstag, 18. November, um 20 Uhr in der Aula im Schulzentrum, in Kooperation mit der Theater- und Kulturwerk gGmbH.
Der historische Kontext des Stückes ist ernst, die Quengelei um Soldatenehre und falschen Stolz lächerlich, der Witz und die Raffinesse der sächsischen Mädchen erfrischend.
Mittellos kommt Major Tellheim, gekränkt in seinem Stolz und unehrenhaft aus der Armee entlassen, aus dem Siebenjährigen Krieg zurück. Mit einem reichen Fräulein liiert, ergeht er sich in der ungewohnten Situation eines Bittstellers vor allem in Selbstmitleid und schlägt jegliche Hilfeleistungen aus. Verletzt an Leib und Seele wartet er in einem Gasthaus in Berlin auf seinen Prozess.
Da er sich seiner Verlobten nicht mehr für würdig hält, verweigert er jeglichen Kontakt zu Minna. Doch die wackere Sächsin lässt nicht von ihrem Tellheim. Sie vergibt sich nichts: Sie reist ihm nach, findet ihn, wird von ihm abgewiesen und trickst ihn mit aller ihr zur Verfügung stehenden Raffinesse aus, um ihm seinen Stolz und sich den Mann zurückzugeben. Hilfreich stehen ihr das muntere Kammerfräulein Franziska, sowie Tellheims Diener Just und der Wachtmeister Werner zur Seite.
Mit „Minna von Barnhelm“, 1767 in Hamburg uraufgeführt, wurde zum ersten Mal in der deutschen Literatur Zeitgeschichte auf die Bühne gebracht. Doch Lessings Lustspiel ist nicht nur eine „Ausgeburt des Siebenjährigen Krieges“, sondern ein mit Esprit, Scharfsinn und Komik geführter Ehekrieg – vor der Eheschließung.
Karten für die Aufführung sind erhältlich beim Kulturamt der Stadt Seesen.