Eine literarische Reise durch den Harz

Der Clausthaler referierte zum ersten Mal vor Publikum.

Der Freundeskreis Städtisches Museum hatte zu einem Vortrag von Wolfgang Melzer eingeladen

Eine literarische Reise durch den Harz unternahmen jüngst zahlreiche Gäste im Städtischen Museum. Gekommen waren sie auf Einladung des Freundeskreises und Wolfgang Melzers aus Clausthal-Zellerfeld, der an diesem interessanten Abend als Reiseleiter fungieren sollte. Melzer wagte den Versuch, einen Streifzug durch das Harzgebirge in literarischer Sicht zu unternehmen, zum ersten Mal in der Öffentlichkeit und stellte die ältere Harzliteratur vor. Er machte die Zuhörer zunächst mit der „silva hercynia“, einem Buch von 1588 über die Flora des Harzes vom Nordhäuser Arzt Johannes Thal, bekannt.
Auch auf die Bücher „Wanderungen durch den Harz“ von Wilhelm Blumenhagen und „Zur Geschichte der Brockenreisen“ von Gustav Heyse kam Melzer zu sprechen, um eine gute Überleitung auf Henning Calvör, mit seinen zahlreichen Schriften zum Thema Bergbaukunde und Mechanik zu finden. Henning Calvör war ein deutscher Theologe, Lehrer und Gelehrter im Bereich der Bergbautechnik und Mechanik. Er wirkte vor allem in Clausthal im Harz und gilt als geistiger Vater der dortigen Bergschule, die wiederum den Grundstock für die heutige Technische Universität Clausthal bildet. Interessant ist zweifellos die Tatsache, dass es insbesondere Geistliche waren, die sich literarisch betätigten.
Selbstverständlich durften bei der Betrachtung von Wolfgang Melzer Namen wie Goethe und Heine nicht fehlen. Auch weitere bekannte Brockenbesucher wie beispielsweise Zar Peter der Große wurden bei dem Vortrag im Städtischen Museum erwähnt. Und auch damals gab es schon Empfehlungen für das Verhalten auf Reisen in den Harz – insbesondere für Wanderer, Reiter und die mit einem Fuhrwerk ausgestatteten Reisenden. Nachzulesen in dem Buch von Kaspar Friedrich Gottschalck: „Taschenbuch für Reisen in den Harz“, erschienen im Jahr 1843. Melzer nannte aber auch bewährte Reiseführer, die es auch heute noch gibt, wie zum Beispiel Grieben.
Abgerundet wurde die literarische Reise durch den Harz durch eine ganze Fülle von Standardwerken aus der Heimat-, beziehungsweise Ortsliteratur, die sich unter anderem auch in Jahreskalendern und Zeitungsbeilagen wiederfinden.