Eine Platzwunde zum Mitnehmen, bitte!

Langelsheimer (20) muss wegen gefährlicher Körperverletzung für ein Wochenende ins Gefängnis

Seesen (hz). Gerade einmal zwei Tage vor seinem 21. Geburtstag nahm der Langelsheimer auf der Anklagebank vor dem Vorsitzenden Richter Rolf Stratmann Platz. Glück im Unglück, könnte man meinen. Und tatsächlich, der Besitzer eines Erotik-Shops in Goslar wurde noch nach Jugendstrafrecht verurteilt. Dazu trug schlussendlich nicht nur das jugendhafte Auftreten des 20-Jährigen vor Gericht bei, sondern auch der ausführliche Bericht der Jugendgerichtshilfe. Verurteilt wurde der junge Erotik-Shop-Inhaber wegen gefährlicher Körperverletzung zu 50 gemeinnützigen Arbeitsstunden und einem Freizeitarrest. Für ein Wochenende darf der Langelsheimer dann hinter schwedischen Gardinen sitzen.
Wie es zu der Verurteilung kam: Im März dieses Jahres suchte der Angeklagte in den frühen Morgenstunden eine Fast-Food-Lokalität in Goslar auf. Bereits an der Kasse kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung mit anderen Gästen. Wenig später wurde aus dem lautstarken Wortgefecht eine handfeste Rangelei. Einer der unbeteiligten Gäste: ein 33-jähriger Mann aus Bockenem. Er wollte eingreifen und seinen Bekannten, der ebenfalls in die Rangelei verstrickt war, zurückhalten. Der 20-jährige Langelsheimer kam ihm jedoch zuvor: Er dachte der 33-Jährige wolle sich in die Schlägerei einmischen und setzte dem Schlichtungsversuch ein jähes Ende. Mit einem Stuhl schlug der Angeklagte dem 33-jährigen Mann auf den Schädel, sodass dieser eine kräftig blutende Platzwunde an der Oberlippe davon trug, die später mit mehreren Stichen genäht werden musste.
Vor Gericht erhielt der Geschädigte eine halbherzige Entschuldigung von dem zurückhaltenden Langelsheimer, dem es offensichtlich schwer fiel seinem Opfer in die Augen zu schauen.