Eine Reise in die Steinzeit

So viel Aufmerksamkeit werden sich wahrscheinlich auch viele Lehrer wünschen. Gespannt lauschten die Kinder den Ausführungen von Manuela Wengelnik.

16 Ferienpasskinder erleben spannende Stunden im Museum / Viele praktische Erfahrungen gesammelt

Wie haben die Menschen früher Feuer gemacht? Aus welchen Materialien wurden Werkzeuge hergestellt? Und woher wissen wir überhaupt so viel über das Leben unserer Vorfahren? Mit diesen und vielen weiteren spannenden Fragen beschäftigten sich am Dienstag 16 Kinder, die sich im Rahmen des Ferienpasses auf eine lehr- und abwechslungsreiche Reise in die Steinzeit begaben.
Im Städtischen Museum führte die Göttinger Museumspädagogin Manuela Wengelnik die Kinder in das Leben der Menschen aus längst vergangenen Zeiten ein. Wengelnik ist keine Unbekannte in Seesen. Schon mehrfach hat sie, entweder alleine oder zusammen mit ihrer Kollegin Sandra Kästner, an Veranstaltungen im Seesener Museum mitgewirkt. Unter anderem waren die beiden auch an der Ausstellung über Wasser beteiligt. Damals haben sie Schulklassen exklusive Führungen geboten.

Dieses Mal war Wengelnik alleine angereist um den Kindern einen spannenden Vormittag zu bescheren. Die Museumspädagogin versteht es hervorragend ihre jungen Zuhörer zu fesseln und für Geschichte zu begeistern. Ihr Erfolgsrezept ist der große Praxisanteil. Die Kinder müssen nicht schnöden Geschichtsvorträgen lauschen, sondern probieren Geschichte selber aus. Sie fühlen, riechen, hören, machen Feuer, versuchen sich als Archäologen an einer Ausgrabungsstätte oder mahlen Getreide.
Für besondere Begeisterung sorgte am Dienstag ein alter Bohrer. Eine abenteuerliche Holzkonstruktion mit Seilzügen, die den Steinzeitmenschen als wichtiges Werkzeug diente. Mit diesem Gerät, man mag es heute kaum noch glauben, waren unsere Vorfahren in der Lage, Löcher in Steine zu bohren. Dies taten sie, um beispielsweise eine Axt herzustellen. Im Praxistest merkten die Kinder schnell, dass sich mit der steinzeitlichen Bohrmaschine tatsächlich Löcher in Steine bohren lassen, diese Aufgabe aber jede Menge Geduld erfordert.
Ähnlich verhält sich das auch beim Feuer machen. Was in Abenteuerfilmen im Kino oder Fernsehen so spielend leicht aussieht, ist in Wirklichkeit richtig harte Arbeit. Die Kinder, allen voran die Jungs, in denen diese Aufgabe den Abenteuergeist weckte, gaben sich größte Mühe, ein Feuer zu entfachen. Gelungen ist es ihnen nicht. Egal ob mit einem Holzstab, der bei richtigem Einsatz durch Reibung Hitze erzeugt und im Idealfall so ein Feuer entfacht, oder mit den so genannten Feuersteinen, die, schlägt man sie gegeneinander, Funken bilden, und dann beispielsweise Stroh in Brand setzen.
Leichter war da schon die Aufgabe als Archäologe auf Spurensuche zu gehen. In einem umfunktionierten Aquarium, das mit Sand gefüllt wurde, hatte Wengelnik einige Knochen versteckt, denen die Kinder nur mit kleiner Harke und dem obligatorischen Forscher-Pinsel auf die Spur kamen.
Begeistert verfolgt wurde die Ferienpassaktion übrigens auch von Museumsleiter Friedrich Orend, den vor allem das Engagement und Interesse der Kinder faszinierte. Bleibt nach diesem für die Kinder spannenden Vormittag nur zu hoffen, dass sie mit der gleichen Begeisterung im neuen Schuljahr zu Werke gehen.