Eine Reise über den Himalaya nach Tibet

Wann? 15.01.2014 19:00 Uhr

Wo? Bürgerhaus, Jacobsonplatz, 38723 Seesen DE
Dr. Huber wird in seinem Vortrag eindrucksvolle Bilder präsentieren.
Seesen: Bürgerhaus |

Reisevortrag von Dr. Cornelius Huber über das westliche Tibet beim Harzklub Seesen

Mit einem Vortrag der Extra-Klasse setzt der Harzklub-Zweigverein Seesen seine halbjährige Vortragssaison fort. Der beim Harzklub gern gesehene Bad Gandersheimer Arzt Dr. Cornelius Huber berichtet dieses Mal von seiner fünfwöchigen Exkursion in den nepalesischen Himalaya und das westliche Tibet.

Dieser mit einem Film unterlegte Vortrag findet am Mittwoch, 15. Januar, ab 19 Uhr in den Räumen des Harzklubs Seesen im zweiten Obergeschoss des Bürgerhauses statt. Der Kostenbeitrag beträgt wie immer zwei Euro.
Als Mitglieder einer 12-köpfigen Trekkinggruppe wanderte das Ehepaar Huber in mehreren mühsamen Tagesetappen von Nepal aus über den Kamm des Himalaya in die dahinter liegende Hochebene ins westliche Tibet. Diese über 4.000 Meter hohe Landschaft, weitab von der Hauptstadt Lhasa, hatten die beiden Globetrotter bewusst gewählt, wollten sie sich doch im noch ursprünglichen Tibet mit seinen Klöstern umsehen.
Diesen Teil der Erkundungen unternahm die kleine Gruppe mit geländegängigen Jeeps. Erschütterndes war auf der Reise in das ehemalige Königreich Guge, einem Mittelpunkt der tibetischen Religiosität, zu sehen. Chinesische Anarchisten hatten auch hier im Westen von Tibet scheinbar ganze Arbeit bei der Zerstörung der tibetischen Heiligtümer geleistet. Doch trotz allem Randalismus konnten die tibetischen Mönche noch rechtzeitig so viel von ihrer Kultur retten, dass diese teilweise schon heute wieder in großartig restaurierten Klöstern bestaunt werden darf.
Für viele Jahrhunderte war Tibet ein abgeschottetes Land, von dem die Welt eigentlich erst so richtig nach Heinrich Harrers Buch „Sieben Jahre in Tibet“ Kenntnis nahm. Bald danach annektierten 1950 die Chinesen den selbstständigen Staat mit dem Dalai Lama als Oberhaupt und beriefen sich dabei auf die Osthälfte von Tibet, die nach 1720 bis zum Ende des chinesischen Kaiserreiches 1913 andauerte.
Ist der erste Teil des Filmes hauptsächlich dem Trekking durch das hohe Himalaya in Nepal und Tibet gewidmet, ist der zweite ganz der urtümlichen tibetischen Religion zugeordnet. Wunderschöne Ansichten von Mandalas, den mystischen Kunstwerken der buddhistischen Welt, sind da unter anderem zu sehen, wo bei ihrer Entstehung niemand der Mönche sich hätte vorstellen können, dass einmal westliche Besucher kommen würden, um diese zu sehen. Die meisten der Mandalas sind kreisförmig gestaltet und sollen die Welt mit einem weißen Zentrum darstellen.
Die vier Himmelsrichtungen sind mit den Farben rot-grün-gelb-blau gekennzeichnet. Zu diesem Teil des Filmes gehört auch die Umrundung des etwa 6000 Meter hohen Berges Kailash, der den Tibetern als Zentrum des Universums heilig ist. Niemand darf diesen Berg besteigen. Selbst der wohl bekannteste Bergsteiger der Welt, Reinhold Messner, respektierte dieses.
Nachdem man sich auf dieser Etappe noch einige abseits liegende Klöster angesehen hatte, von denen Dr. Huber schöne Bilder beisteuerte, trennten sich die Hubers von der übrigen Gruppe und mieteten sich einen Jeep mit Fahrer.
Dieser dritte Filmteil zeigt noch viel Landschaft auf dem Weg zum nördlichen Basislager vom höchsten Berg der Erde, dem Mount Everest. Die meisten Besteigungen vom Everest werden zwar von der nepalesischen Seite aus vorgenommen. Doch auch der Film von der tibetischen Seite zeigt, dass die Besteigungen dabei sind, zu einem Rummel von gutbetuchten Touristen zu werden.
Dr. Huber ist bekannt dafür, dass seine Reiseberichte auch kritisch sein können. So berichtet er, dass in einer anderen Stadt nach diesem Film eine junge Chinesin mit tränennassen Augen zu ihm gekommen sei. Sie war erschüttert über die von ihrem Volk vorgenommene Zerstörung an der tibetischen Kultur. 
Davon habe sie in China von niemandem gehört. Abschließend stellt sich Dr. Huber gerne den Fragen aus dem Zuhörerkreis über das Land und die Leute.