Eine Stadt der offenen Türen

Großes Interesse herrschte an der Fundsachenversteigerung. Insgesamt kamen 200 Gegenstände unter den Hammern. Neben Uhren und Schmuck waren vor allem Fahrräder heiß begehrt.
 
Der Auftritt der „Schulplatzspatzen“ auf der Bühne im Innenhof des Rathauses wurde von zahlreichen Eltern, Freunden und Verwandten der Kinder bejubelt.

Stadtverwaltung präsentiert sich den Bürgern / Zahlreiche Mitmachaktionen für die ganze Familie

Zahlreiche Türen zu Büros oder Sitzungsräumen im Seesener Rathaus standen am Sonnabend für sechs Stunden sperrangelweit offen. Grund dafür war der „Tag der offenen Tür“, der den Bürgern der Stadt einen Einblick in die Arbeit der Verwaltung ermöglichte. In und um das Rathaus präsentierte sich eine Vielzahl der verschiedenen Abteilungen.
Im Aussenbereich waren es vor allem die Aktivitäten der Feuerwehr, des DRK, des städtischen Bauhofs und die Fundsachenversteigerung, die für ein reges Publikumsinteresse sorgte. Ab 11 Uhr versteigerte die Stadt in einem großen Zelt nämlich die Fundsachen der vergangenen Monate. Insgesamt kamen 200 Gegenstände unter den Hammer. Neben Uhren und Schmuck waren es vor allem Fahrräder, die das Interesse der Besucher weckten. Dabei sollte an dieser Stelle aber nicht verschwiegen werden, dass sich zahlreiche Drahtesel in einem eher erbarmungswürdigen Zustand befanden. Der Bieterlaune tat dies offenbar aber keinen Abbruch. Im Minutentakt wechselten Fundsachen und Geld die Besitzer.
Im Rathaus ging es da schon etwas beschaulicher und ruhiger, aber in keinem Fall langweiliger zu. Im Eingangsbereich hatte sich Ordnungsamleiter Uwe Zimmermann postiert um den Bürgern das Prinzip der „gelben Karte“ zu erläutern. Mit diesem Vorhaben möchte die Stadt für Sicherheit und Ordnung sorgen, ohne die Bürger gleich zur Kasse zu bitten. Die „gelbe Karte“ hat also eine ähnliche Funktion wie ihr Pendant im Fußball - sie soll verwarnen ohne das daraus gleich eine faustdicke Konsequenz folgt. Zu sehen bekommen Bürger die „gelbe Karte“ beispielsweise dann, wenn sie öffentlich ihre Notdurft verrichten, Abfälle wie Zigarettenkippen nicht ordnungsgemäß entsorgen oder Tierkot nicht entsprechend entfernt haben. Versehen ist die Karte aber auch mit dem Hinweis, dass bei einem weiteren Verstoß ein Bußgeld droht.
Im oberen Geschoss des Rathauses hatten die interessierten Besucher dann die Chance ins Amtszimmer von Bürgermeister Erik Homann zu blicken, den Sitzungssaal zu besichtigen, wo Markus Timm nicht nur ein paar „Giveaways“ bereithielt, sondern auch über die Europawahl und die Arbeit des Stadrates informierte.
Gerne wurde auch ein Blick in das Trauzimmer der Stadt geworfen. Standesbeamte Patricia Schmidt gewährte dabei auch schon mal gerne Einblick in die Standesbücher, wenn die Frage nach einem persönlichen Eintrag aufkam.
Etwas ganz besonderes hatte sich das Bauamt der Stadtverwaltung ausgedacht. An diesem Stand konnten die Besucher ihr Wissen testen. Andreas Froböse, Abteilungsleiter der Bauverwaltung, hatte ein Quiz entwickelt, bei dem es zum Teil sehr knifflige Fragen zu beantworten gab. So galt es unter anderem die Frage zu beantworten, „wie viele Straßenlaternen im Stadtgebiet Seesen betreut werden müssen?“. Die Antwort war ziemlich überraschend. Es sind nämlich sage und schreibe 2.571. Ferner konnte man auch erfahren, dass der städtische Bauhof über ein so genanntens „Sinkkastenreinigungsgerät“ verfügt. Mit diesem Apparat werden die Gullis von Laub befreit.
Alexander Nickel, Technischer Leiter der Bauabteilung, stand gleich nebenan Rede und Antwort. So erläuterte er unter anderem aktuelle Bauvorhaben der Stadt. Anhand umfangreicher Skizzen gab Nickel beispielsweise Einblick in die Arbeiten am Seesener Klärwerk. Dort soll mittels eines 3,7 Millionen Euro teuren Projektes die Optimierung der biologischen Reinigungsstufe und energetischen Modernisierung der Belüftungstechnik erfolgen. Neben diesen Auskünften wurde Nickel aber auch von einem Anwohner der Zimmerstraße zum aktuellen Stand der Rechnungslegung befragt, und wann die Anlieger mit einem entsprechenden Zahlungsbescheid rechnen könnten.
Im Innenhof des Rathauses bot sich den Gästen unterdessen ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm und Snackangebot. Neben Auftritten der „Schulplatzspatzen“ und des Musikzuges der Feuerwehr Rhüden kontnen Kinder sich schminken lassen oder basteln. Gut frequentiert waren aber auch die verschiedenen Getränke- und Essensstände.
Im Bürgerhaus präsentierten sich derweil die Stadtbücherei, das Stadtmarketing mit einem Segway-Parcours, der AKIT-Integrationstreff und die Stadtjugendpflege mit ihren Angeboten.
Der „Tag der offenen Tür“ bot überdies auch die Gelegenheit, die Sehusa Wasserwelt, das Städtische Museum und die Kläranlage zu besichtigen. Berichte über diese Angebote folgen in einer der nächsten Ausgaben des „Beobachter“.