Elektro-Schnellladestation in Betrieb

Offizielle Inbetriebnahme am Bahnhofsvorplatz in Seesen: Mit der Elektro-„Zapfpistole“ in der Hand lässt sich Bürgermeister Erik Homann von Dr. Ralf Benger (Wolfsburg AG) die Funktionsweise der Schnellladesäule erklären.
 
Ist der Akku bald voll? Auf dem Display an der Ladesäule sind alle wichtigen Informationen abzulesen.

In Sachen Infrastruktur für E-Mobilität gehört die Stadt Seesen zu den Vorreitern

eesen mag einiges vielleicht nicht haben, dafür aber kann die Stadt für sich in Anspruch nehmen, in Sachen Elektro-Mobilität in der Region ganz vorne mitzuspielen. Darauf wies Bürgermeister Erik Homann bei einer Zusammenkunft im Sitzungszimmer des Stadtmarketings Seesen hin, zu der sich neben Vertretern der lokalen Politik auch die Repräsentanten von Wolfsburg AG, Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg und der Harz Energie eingefunden hatten. Wenige Minuten zuvor hatte Homann am Bahnhofsvorplatz eine Elektro-Schnellladestation der neuesten Generation mit zwei Stellplätzen offiziell in Betrieb genommen. Nach Wolfsburg, Einbeck, Osterode am Harz und Elze ist es die fünfte Schnellladesäule, die im Rahmen des Projektes „Standardisierte bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur – eine Region wird vernetzt“ des Schaufenster Elektromobilität der Metropolregion an den Start ging.

In einer halben Stunde
ist der Akku fast wieder voll

Anders als an der konventionellen 3,5-Kilowatt-Station in der Straße „Am Markt“, an der bis zur kompletten Aufladung des Akkus schon einmal bis zu acht Stunden vergehen, ist die CCS-Schnellladestation ungleich flotter am Werk. Je nach Möglichkeiten des Autos sorgt der 22-Kilowatt-Anschluss dafür, dass die Batterie innerhalb von 30 bis 40 Minuten zu 80 bis 85 Prozent wieder aufgeladen ist. Genau richtig, um nach einem Stadtbummel mit dem „vollgetankten“ E-Auto wieder auf die Reise zu gehen.

Ganz billig ist diese neue Technik nicht. Für die Station am Bahnhofsvorplatz werden rund 32.000 Euro fällig. Dank der Kooperation mit der Wolfsburg AG und der Partnerschaft mit der Metropolregion (Schaufenster Elektromobilität) gibt es aber Fördermittel. Und die hat die Stadt genutzt. Sie muss „nur“ etwa 17.000 Euro investieren. Immer noch viel Geld, aber gut angelegt, wenn es darum gehe, „die Elektromobilität in der Region voranzubringen und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen“, wie der Bürgermeister betonte. Derzeit sei das alles noch eine mehr oder weniger reine Imagesache und die E-Mobilität noch nicht so alltagstauglich, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Die Weichen sind nun aber frühzeitig gestellt.

Außerdem habe man mit der Harz Energie in der Region einen verlässlichen Partner mit einem stets offenen Ohr an der Seite, so Homann. Der Energieversorger stellt den zu „tankenden“ Strom aktuell kostenlos zur Verfügung. „Das ist unser Beitrag zur Weiterentwicklung der Infrastruktur in Sachen Elektromobilität“, wie Harz Energie-Geschäftsführer Dr. Hjalmar Schmidt erklärte. Dass es sich dabei im Sinne der CO2-Neutralität um 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammenden Ökostrom handelt, versteht sich wohl von selbst.

Welches Bezahlsystem später, bei entsprechend höherer Frequentierung, einmal Einzug hält, steht noch in den Sternen. Ebenso Zukunftsmusik ist es noch, sich seine persönliche Ladezeit beispielsweise per Smartphone-App reservieren zu lassen. Fest steht aber: Gerüstet ist die Stadt Seesen dafür allemal.