Elf Chöre sorgen für einen unvergesslichen Hörgenuss

Claudia Schaare (links) führte durchs Programm.
 
Nahezu voll besetzt war die St.-Andreas-Kirche während der Nacht der Chöre.

Beeindruckende Nacht der Chöre in der St.-Andreas-Kirche: Stehende Ovationen für Sängerinnen und Sänger

Bei angenehm sommerlichen Temperaturen hatten sich am Freitagabend viele Seesener auf den Weg in die St.-Andreas-Kirche gemacht, um dort das diesjährige Chorkonzert unter dem Titel „Nacht der Chöre“ mitzuerleben. Elf Chöre mit rund zweihundert Sängerinnen und Sängern warteten mit einem bunten Programm auf, die (außen) frisch renovierte Kirche mit ihrer guten Akustik bot dazu eine prächtige Kulisse.
Der ausrichtende gemischte Chor Germania Rhüden begrüßte das anwesende Publikum mit einem Gospel, bevor Pastor Thomas Weißer ein herzliches „Willkommen“ aussprach. Gerade am ersten Tag der Sommerferien sei es doch ein schönes Bild, die Kirche voll zu sehen, während sonst alle Aktivitäten nun ruhten und sich auch das kirchliche Personal erst einmal eine „Auszeit“ gönne. Bevor Andreas Vogt (1. Vorsitzender von Germania Rhüden) das Mikrofon an die Moderatorin Claudia Schaare weitergab, begrüßte Bürgermeister Erik Homann das Publikum zur mittlerweile dreizehnten „Nacht der Chöre“. Homann, der zum ersten Mal bei der „Nacht der Chöre“ anwesend war, wies ebenso wie die an­schlie­ßend begrüßende Rhüdener Ortsbürgermeisterin Irene Pülm auf die wichtige gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des Chorgesanges und der Chöre im Allgemeinen und speziell für die Stadt Seesen hin.
Wie schwierig die Heranführung an das Singen bei Kindern und wie problematisch das Überaltern der Gesellschaft für die Chortradition im Lande ist, wusste er zu berichten, aber auch, dass Singen gut für das Wohlbefinden ist und wohl auch schlau macht. Da war er natürlich genau an der richtigen Stelle, denn alle Chorsängerinnen und -sänger, warteten ja nur darauf, ihr Wohlbefinden und ihr Wissen mit anderen zu teilen.
Zunächst jedoch kamen sechs junge Streicher (unter anderem aus Osterode und Herzberg) an die Reihe, die mit ihren Violoncelli (und einer Violine) unter der Leitung ihres Lehrers Richard Koscielny eine Melodie von Beethoven und einen „Happy Blues“ musizierten. Am Klavier begleitet wurden sie von Claudia Schaare. Als weiterer Gast war der MGV Germania Lutter zu hören, der von Angelika Spieker dirigiert wurde. Es folgten der Bornhäuser Singkreis (Frauenchor) unter der Leitung von Claudia Schaare und der Gemischte Chor Ildehausen mit seinem Dirigenten Friedjof Pallasdies, der es trefflich verstand, seine kleine Sängerschar zu Bestleistungen zu motivieren. Irina Legler dirigierte danach den MGV Bilderlahe, der auf ein ruhiges „Ich bete an die Macht der Liebe“ ein quirliges „Bella Bimba“ folgen ließ.
Dann war das gesamte Publikum gefordert, denn es wurde gemeinsam der Kanon „Singen bringt Freude ins Herz“ einstudiert und spontan aufgeführt. Der Gesangverein Bornhausen (Leitung: Claudia Schaare) beschloss den ersten Teil des Abends mit dem Liebeslied „Can’t Help Falling In Love“ und dem mit schwungvoller Klavierbegleitung vorgetragenen Udo Jürgens-Lied „Mit 66 Jahren“. Die anschließende Pause bot Gelegenheit, sich mit Getränken und Knabbereien zu stärken und mit anderen Sängern oder Zuhörern ins Gespräch zu kommen.
Mit einem französischen Schäferlied eröffnete die Liedertafel Münchehof den zweiten Teil des Konzerts, bei der anschließenden „Zigeuner-Hochzeit“ griff Chorleiter Richard Koscielny temperamentvoll begleitend in die Klaviertasten. Chorleiterin Katharina Hoyer führte zunächst den Gemischten Chor Herrhausen durch ein Spiritual und das „Vater unser“ von Hanne Haller, bevor der MGV Engelade dazutrat und beide Chöre gemeinsam den „Bajazzo“ vortrugen. Nun erschienen acht weitere Geigerinnen (Schülerinnen von Katharina Hoyer) und musizierten zusammen mit den Engeläder Männern das bekannte „Mondlicht“ aus dem Musical „Cats“. Richard Koscielny (Violoncello) und Claudia Schaare (Klavier) spielten eine Bearbeitung des Chorals „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach, bevor der MGV Groß Rhüden unter Friedjof Pallasdies feierlich und humorvoll seine beiden Lieder sang. Als letzter Gast trat der Frauenchor Mahlum mit Chorleiterin Angelika Minks auf, der auch schon beim Ausflug „Nacht der Chöre – unterwegs“ Mitte Juni teilgenommen hatte, und nun trotz kleiner Besetzung seinen musikalischen Beitrag leistete.
Das letzte musikalische Wort hatte der Gemischte Chor Germania Rhüden, der mit einer „Ersten Lateinstunde“ das Publikum verblüffte. Alle Chorleiter hatten bereits ein kleines Dankeschön erhalten, zum Ende des Programms gab es Blumen für die Küsterin Helga Schomburg und die Moderatorin Claudia Schaare, die wie gewohnt mit leichter Hand und lockeren Anmerkungen durchs Programm geführt hatte.
Traditionell beendete das gemeinsam gesungene Lied „Kein schöner Lied“ das Programm.