Emotionen zulassen

Am Mittwoch, 6. November, lädt die Horizont-Hospizinitiatve zum Theaterstück „Du bist meine Mutter“ mit Martin Leßmann ein, am Sonnabend, 23. November, folgt dann der alljährliche Hospizbrunch im Kirchenzentrum.

Hospizinitiative Seesen lädt im November zu Theaterstück und zum Hospizbrunch ein

Immer noch heißt es in unserer Gesellschaft, dass Männer sich nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern logisch denken und handeln. Doch dies ist oftmals nur das Bild, das nach Außen gezeigt wird. „In Trauergesprächen, also in Ausnahmesituationen, erlebe ich als Pfarrer Männer häufig ganz anders“, berichtet Tim-Florian Meyer, gleichzeitig Vorsitzender der Horizont-Hospizinitiative Seesen.

„In einem geschützten Raum haben sie die Möglichkeit, auch einmal den äußeren Schutzmantel abzustreifen und eben nicht stark sein zu müssen, gegebenenfalls auch Emotionen zulassen zu dürfen.“
Zum alljährlichen Hospizbrunch, wird in diesem Jahr am Sonnabend, 23. November, um 11 Uhr, in das evangelische Kirchenzentrum eingeladen. Als Gast konnte die Hospizinitiative Dr. Martin Kreuels gewinnen, der aus seinem Buch „17 Jahre wir“ lesen wird. Es ist gleichsam eine Reise in das Innenleben eines Mannes, der sich mit Sterben und Tod seiner Frau und seiner Trauer auseinandersetzen muss und lernt, mit seinen vier Kindern ein neues, nun anderes Leben zu führen. Die Hospizinitiative lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Anmeldungen nimmt Tim-Florian Meyer unter der E-Mail pfarrer@kirchenzentrum-seesen.de entgegen.
Neben dem Hospizbrunch steht eine weitere Veranstaltung auf dem Programm, zu dem die Initiative ebenfalls herzlich einlädt. Am Mittwoch, 6. November, wird das Bremer Theaterprojekt das Stück „Du bist meine Mutter“ in der St.-Andreas-Kirche in Seesen aufführen. Beginn ist um 19.30 Uhr. In dem Stück geht es um einen Sohn, der jeden Sonntag seine Mutter im Pflegeheim besucht. Ihr Leben dreht sich immer um die gleichen Dinge. Das Anziehen, der Kakao, der Blick in den Park sind Anlässe für stetige Erinnerungsversuche und das Wunder der Verständigung. Haben beide, Mutter und Kind, längst die Rollen miteinander vertauscht? Das Stück wird aufgeführt von Martin Leßmann (Schauspiel), Gero John (Cello); Inszenierung: Maria von Bismarck.
Poetisch anrührend, unsentimental und komödiantisch beleuchtet das Stück den Umgang erwachsener Kinder mit ihren an Demenz erkrankten Eltern, wirft ein neues Licht auf die Chancen und Abgründe dieser Situation, der jeder von uns früher oder später begegnen kann. Der Eintritt ist frei, über eine Spende würden sich die Veranstalter sehr freuen.