Entwicklung der Funktechnik

Bei der jüngsten Vortragsveranstaltung der RK Seesen – links Vorsitzender Udo Jäger – ging es um die Geschichte der Telegrafie und die neuere Funktechnikentwicklung.

Vortrag bei der Reservistenkameradschaft Seesen war ausgebucht

Die Mitglieder der Reservistenkameradschaft (RK) Seesen mit ihrem Vorsitzenden Udo Jäger an der Spitze hatten sich zusätzlich zum Start in das Jahr 2014 im Rahmen eines Vortrages von einem bekannten Funkamateur über die Geschichte der Funktechnik informieren lassen.

Diese Veranstalung war mit Mitgliedern und zahlreichen Gästen ausgebucht. Der Vortragende führte durch die umfangreiche Thematik von der Entwicklungsgeschichte der Nachrichtenübermittlung in der Antike mit Rauch und Feuerzeichen bis zu den aktuellen Funktechnik-Entwicklungen.
Als Beispiel war zu hören, wie die Nachricht vom Sieg der Griechen über Troja im 12. Jahrhundert v. Chr. mit einer Feuerzeichenkette von Troja in das 555 Kilometer entfernte Argos gelangte. Auch die Römer richteten entlang der Grenzen des Imperium Romanum Wachtürme ein, die über Feuerzeichen miteinander kommunizierten, so in Germanien entlang des Limes vom Rhein bis an die Donau. Ausgangspunkt der modernen optischen Telegrafie war aber die Entwicklung des Fernrohres im Jahre 1608 durch holländische Brillenmacher, mit dem die Reichweite der menschlichen Wahrnehmung erheblich zunahm.
Dann streifte man die Preußische optische Telegrafie. Anhand von Beispielen wurde die erste optische Telegrafenlinie von Metz nach Mainz 1813 dargestellt. Dann ging es mit der Entwicklung sprunghaft weiter. Am 18. März 1838 wurde der Hamburger optische Telegraph zwischen Hamburg und Cuxhaven eröffnet. 1847 kommt die Verbindung nach Bremerhaven und Bremen hinzu. Der optische Telegraf in Hamburg und Bremen war das erste deutsche öffentlich zugängliche Kommunikationsmedium seiner Art, begründet und genutzt von Kaufleuten.
Die 1830-er Jahre läuteten das Ende der Ära des optischmechanischen Telegrafen ein, denn die Morsetelegrafie war um ein Vielfaches schneller, war einfacher und billiger. 1853 wurde der Betrieb der optischen Telegrafielinien eingestellt. Bis heute sind Morselampen in der Seefahrt für kurze Entfernungen gebräuchlich, Laserverbindungen für Daten stellen gelegentlich moderne Kommunikationsmittel in Konkurrenz zu Funkverbindungen dar.
Nach dem Vortrag „Geschichte der Telegraphie“, folgte nun die Einführung und Unter-weisung in die neuere Generation der Funk- und Sprechgeräte. Zunächst wurde das Funksprechgerät RT-196/PRC 6 vorgeführt, ein sogenanntes „Squad Radio“, quasi der Vorläufer des heutigen Handys. Dann folgte der Feldfunksprecher b1 Feldfu.b1, ein UKW-Funkgerät der Deutschen Wehrmacht sowie das FM-Funkgerät AN/PRC-8 , ein tragbares Funkgerät für Panzer-, Artillerie- und Infanterieeinheiten. Zum Schluss wurde das SEM 35 vorgestellt, das als volltransistorisiertes Tornistergerät bei der Bundeswehr eingesetzt wird.
Am Ende der Veranstaltung folgte eine rege Diskussion, die erst nach Mitternacht ihr Ende fand.
Auch diese Veranstaltung stieß bei allen Gästen auf großes Interesse. Man zeigte sich erstaunt, wie vielfältig die Angebotspalette der RK Seesen ist.
Wer sich für interessante Vorträge sowie für Lang- und Kurzwaffenschießen, die die Reservistenkameradschaft Seesen veranstaltet, interessiert, kann sich beim 1. Vorsitzenden Udo Jäger, Telefon (05381) 1630 melden.