Er ist wieder da

Der eine Hitler tritt als Ich-Erzähler auf – im Hintergrund gespielt von Burghard Braun. Der andere ist der Protagonist.  Ein Medienhype um seine Person entfacht. Auf allen Kanälen ist Hitler präsent.

Westfälisches Landestheater bringt Timur Vermes Bestseller über Adolf Hitler auf Seesener Bühne / Eine Satire, die es in sich hat

Er ist erwacht.

 Am Sonnabend auf der Bühne in der Seesener Aula – Adolf Hitler. Hier kam keine Geschichte über den Nationalsozialismus zur Aufführung, sondern ein Bestseller. 2012 veröffentlichte Timur Vermes seinen Roman „Er ist wieder da”. Das Westfälische Landestheater hat den Stoff für die Bühne adaptiert. Jetzt legte das Ensemble einen Tourstopp in der Aula ein. Die Stadt Seesen hatte wieder eine vorzügliche Auswahl getroffen.
Die Seesener Theatersaison 2016/ 2017 hat einige Bestseller zu bieten. Erst die Päpstin, nun Adolf Hitler. Die Geschichte spielt nicht zwischen 1933 und 1945, sondern im Berlin des Jahres 2011. Hier wacht der Führer auf und erkennt nichts wieder. Wohnungs- und mittellos steht er in seiner braunen Uniform, die nach Benzin stinkt, da. Als er sich nach dem Weg zur Reichskanzlei erkundigt, wird er lachend gefragt, ob er von Stefan Raab oder vom Kerkeling kommt. Schließlich geht er in einen Kiosk, um das Datum herauszufinden. Ihm wird schwarz vor Augen. Er verlangt nach einem Spiegel, ihm wird eine Zeitschrift gereicht. Er wird gefragt, wo er auftritt, ob er ein Programm hat, ob er noch andere Rollen kann. Alle, die ihn treffen, halten ihn für einen Schauspieler, der seine Rolle nicht nur spielt, sondern wirklich verinnerlicht hat. Von einer Agentur wird er unter Vertrag genommen und erobert alle Kanäle: Fernsehen, Internet und Zeitung. Für die Medien ist er der neue Superstar. Jeder will vom Kuchen etwas abhaben. Doch es zeigt, dieses Stück bietet viel mehr als eine Hitler-Parodie.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe des Beobachters vom 20. Februar.