Erdäpfel für Nordkorea und ein Drittel Biermösl mit Hildebrandt

Im Februar 2011 gastierten die Biermösl Blosn und Gerhard Polt zum letzten Mal beim Seesener Kulturforum.

Die Buschtrommel

Von Gerd Jung


Aus is, und gor is, und schod is, dass wohr is: Die „Biermösl Blosn“ hat sich nach den letzten beiden Auftritten in Fürth aufgelöst. Die Homepage (www.biermoesl-blosn.de) bleibt als Online-Archiv noch einige Zeit im Netz stehen – das ist der offizielle „Nachlass“ des Trios, das beim Kulturforum Seesen ein ums andere Mal Stürme der Begeisterung entfachte. Wie es mit den drei Bayerischen Buam’ weitergeht? Nun, Hans Well hat seine Planungen auf Anfrage eines Fans der Bajuwaren, des Verfassers der Buschtrommel, ges­tern per E-Mail mitgeteilt: „Lieber Gerd, meine neue Gruppe formiert sich nun. Ich mache im Februar mit dem Dieter Hildebrandt ein paar Veranstaltungen. Sollte Bedarf bestehen, ich hab’ das Texten nicht verlernt und setz’ mit drei jungen bayerischen Musikanten die Biermösl-Tradition als deren langjähriger Texter fort. Herzliche Grüße: Hans Well.“ Zum ersten Mal werden Well und Hildebrandt am 10. Februar um 19.30 Uhr im Rahmen der Literatur- und Medienwoche im oberbayerischen Stein zusammen auftreten. Was das Publikum an diesem Abend erwartet, ist natürlich noch unklar. Fest steht nur, war zu erfahren, dass auch Hans Wells Kinder, Jonas und Tabea, als Unterstützung dabei sein werden.
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In Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe und der Stiftung UP Micro Loans wurden jetzt etliche Tonnen an Pflanzkartoffeln der Sorte „Juwel“ nach Nordkorea verschifft. Aufgrund der schnellen Abreife und der hohen Erträge eignet sich die robuste Sorte der Firma „Bavaria Saat“ hervorragend für einen Anbau in Fernost. Eingefädelt wurde der „Deal“ vom Seesener Georg Riefling, Geschäftsführer der „Bavaria-Saat Vertriebs GmbH“ in Schrobenhausen. Riefling hatte die Initiative ergriffen und Nordkorea im vergangenen Jahr nach dem Besuch einer Delegation der „Demokratischen Volksrepublik Korea“ eine Menge Testsaat zur Verfügung gestellt. Und die fiel offensichtlich auf fruchtbaren Boden. Für die Bavaria Saat, die neben ihren deutschen Standorten noch eine Tochtergesellschaft in Rumänien unterhält und über Partner in 32 Ländern verfügt, knüpft Riefling, der pro Jahr rund 100000 Kilometer per Auto und Flugzeug unterwegs ist, langfristige persönliche Kontakte – und das mit viel Erfolg. Für Mai liegt Riefling übrigens eine Einladung nach Pjöngjang vor, in Sachen Kartoffeln, versteht sich.