Ergaunertes Geld in der Spielhalle verzockt

Seesener (29) verkaufte auf Ebay Waren, die er zwar bezahlt bekam, aber nie auslieferte

Von Maximilian Strache,
Seesen

Glimpflich ist ein 29-jähriger Seesener, der gebürtig vom Inseltaat Sri Lanka stammt, vor dem Schöffengericht in Seesen unter dem Vorsitz von Richter Frank Rüger davongekommen. Für seine Internet-Betrügereien bekam der dreifache Familienvater ein Jahr Freiheitsstrafe aufgebrummt. Die Strafe wurde jedoch auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.
Die Staatsanwaltschaft legte dem jungen Mann zur Last, im Zeitraum von Mai 2007 bis Dezember 2010 mehrere gewerbsmäßige Betrügereien begangen zu haben. Der Angeklagte hat in neun nachgewiesenen Fällen Waren über Internetdienste wie Ebay zum Verkauf angeboten. Nach erfolgter Bezahlung durch die Kunden hat der Angeklagte die Waren aber nicht versendet. Ferner bestellte er auch Waren für den eigenen Gebrauch, die er nach erfolgter Lieferung aber nicht bezahlte. Insgesamt entstand so ein Schaden von 1.257,53 Euro. Die ihm zur Last gelegten Vorwürfe räumte der junge Mann auf Empfehlung seines Anwalts vollständig ein.
Die Vorgehensweise des Betrügers ließ bei den Ermittlungsbehörden nur den Schluss zu, dass er von Beginn an niemals die Absicht hatte, die bestellten Waren auch tatsächlich auszuliefern. Bestätigt sahen Staatsanwalt und Richter diesen Verdacht in der Tatsache, dass der junge Familienvater für die Abwicklung der Verkäufe falsche E-Mail-Adressen und Fantasie-Namen nutzte. Als Konto diente ihm das seiner Ehefrau.
Als Grund für seine Gaunereien gab der Hartz-IV-Empfänger finanzielle Probleme an. Im Tatzeitraum verzockte der Mann, der nach einer schweren Erkrankung seine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker abbrechen musste und seither arbeitslos ist, weit über 6.000 Euro in örtlichen Spielhallen. Nach eigenen Angaben hoffte er in der Spielhalle auf den großen Wurf. Doch anstelle die finanzielle Situation zu verbessern, ritt sich der Angeklagte immer weiter in die finazielle Misere. So nutzte er auch das Kindergeld, um seine beginnende Spielsucht zu finanzieren.
Zu Hause führte die angespannte finanzielle Situation derweil auch zu Problemen. Um den häuslichen Streitigkeiten zu entgehen, flüchtete sich der Hartz-IV-Empfänger immer häufiger in seine Traumwelt in der Spielhalle, wie Richter Rüger feststellte.
Der junge Mann bedauerte sein Fehlverhalten und gab glaubhaft zu Protokoll, dass er seine angehende Spielsucht durch eine bereits durchgeführte Therapie in den Griff bekommen habe, und er auch keinen Zugriff mehr auf das Familienkonto habe.
Staatsanwalt und das Schöffengericht glaubten dem Mann und veruteilten den mehrfach vorbestraften Täter zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. In der Urteilsbegründung betonte Rüger, dass das Strafmaß vor allem seiner persönlichen Situation geschuldet ist. Weder ihm noch seiner Familie wäre damit geholfen, wenn er ins Gefängnis müsste. Von weiteren Auflagen sah das Schöffengericht ab.