Erhöhter Beratungsbedarf bei Schimmel

Christa Sander gratuliert Johannes Hübner zur 25-jährigen Mitgliedschaft.
 
Der wiedergewählte Vorstand, bestehend aus Heiko Pilgermann, Christa Sander und Renata Jahns (von links), gemeinsam mit dem geehrten Mitglied Johannes Hübner (2. von rechts).

Deutscher Mieterbund: Johannes Hübner für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt / Vorstand im Amt bestätigt

Die Probleme zwischen Nachbarn nehmen zu. Im Mehrfamilienhaus liegen die Wohnungen dicht an dicht. Die Bereitschaft zur gegenseitigen Rücksichtnahme wird immer geringer und das Verhalten mancher Mieter immer rabiater. Das führt dazu, dass in der Rechtsberatung der Mietervereine das Thema „Nachbarschaftsstreitigkeiten“ immer häufiger auftaucht. Grund genug für Randolph Fries, Verbandsgeschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, dieses Thema für sein Jahresreferat bei der jüngsten Jahreshauptversammlung in Seesen zu wählen.
In ihrem Geschäftsbericht ließ die Erste Vorsitzende Renata Jahns die Aktivitäten des Seesener Mietervereins bei der jüngsten Jahreshauptversammlung Revue passieren. Betriebskostenabrechnungen sowie die Überprüfung von Heizkosten und sonstigen Abgaben nähmen weiterhin die erste Stelle in den Beratungsgesprächen ein. Ihre Empfehlung: Alle Positionen der Betriebskostenabrechnung sollten genau geprüft werden; die Rechtsberater des Mietervereins würden dabei helfen.
Besonders erhöhter Beratungsbedarf sei laut Jahns bei Mängeln in der Wonung festzustellen. Feuchtigkeit und Schimmelbildung seien beachtliche Streitthemen, bei denen die Probleme meist mit der Frage nach den Ursachen beginnen. Wenn Mängel in der Wohnung oder am Haus aufträten, so Jahns, müsse der Vermieter unverzüglich benachrichtigt werden, am besten in schriftlicher Form. Der Eigentümer sei gehalten, sich sofort um die Beseitigung der Mängel zu kümmern. Alle Mängel würden die Wohnqualität beeinträchtigen, allerdings sollte der Mieter vor einer Mietminderung fachlichen Rat einholen.
Auch wenn es um Mieterhöhungen respektive Kündigungen oder um den Abschluss eines neuen Mietvertrages gehe, sei eine Überprüfung der Unterlagen durch den Deutschen Mieterbund durchaus ratsam.
Abschließend unterstrich Renata Jahns, dass es sich lohne, Mitglied im Deutschen Mieterbund zu werden beziehungsweise zu bleiben. Die Berater beim Mieterbund seien nicht nur hinsichtlich der gesetzlichen Bestimmungen kundig, sondern hätten zudem Kenntnis von Urteilen, die in Mietangelegenheiten gefällt worden seien.
Als besonders erfreulich bewertete die Erste Vorsitzende die Tatsache, dass auch im abgelaufenen Jahr wieder die überwiegende Zahl der Konflikte außergerichtlich gelöst worden sei. Ein großes Dankeschön richtete Renata Jahns hierbei an den Stellvertretenden Vorsitzenden, Rechtsanwalt Heiko Pilgermann, und Schriftführerin Christa Sander. Weil die Damen der LAB nicht nur die Räumlichkeiten zur Verfügung stellten, sondern Vorstand und Gäste auch mit ausgezeichnetem Kuchen umsorgten, dankte Renata Jahns auch ihnen.
Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung waren im Anschluss die Neuwahlen, die den bisherigen Vorstand in seinem Amt bestätigen sollten. Erste Vorsitzende ist weiterhin Renata Jahns, in Abwesenheit wurde Rechtsanwalt Heiko Pilgermann in das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden wiedergewählt und die zweite Stellvertreterin und Schriftführerin bleibt Christa Sander.
Über eine Ehrung in besonderer Form durfte sich wenig später Johannes Hübner freuen. Er wurde für 25-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Mieterbund ausgezeichnet.


Info

Wenn der Nachbar nervt

Das häufigtse Problem bei Nachbarschaftsstreitigkeiten ist der Lärm. Ob Musizieren, Feiern, Kindergeschrei, Laminatgepolter, Kirchenglocken, Hähne oder Frösche. Der Vielfalt der Lärmquellen sind kaum Grenzen gesetzt. Aber auch das Grillen, der Rauch aus dem Kamin, Zigarettenqualm, zu hohe Hecken, überhängende Bäume oder Laubfall führen oft zum Streit.
Für die Mietervereine ergibt sich in der Rechtsberatung das Problem, dass gegen den störenden Nachbarn direkt aus dem Mietvertrag gar kein Anspruch besteht. Ansprüche aus dem Mietvertrag richten sich immer gegen den Vermieter. So bleibt dieser auch bei Problemen mit dem Nachbarn der richtige Ansprechpartner.
Allerdings sollte zunächst immer versucht werden, ein klärendes Gespräch mit dem Nachbarn zu führen. Dabei sollte auf Objektivität und einen angemessenen Ton geachtet werden.
Der Vermieter ist aus dem Mietvertrag heraus auch verpflichtet, für ein ordnungsgemäßes Wohnumfeld zu sorgen. Insofern muss er sich auch kümmern, wenn der Nachbar lärmt oder Zigarettenqualm durch das Treppenhaus zieht. Er ist verpflichtet, diese Wohnungsmängel zu beseitigen. Tut er das nicht, steht dem Mieter das Recht der Mietminderung zu, wenn es sich um einen erheblichen Mangel handelt. An dieser Stelle kann der Mieterverein wirksam gegenüber dem Vermieter tätig werden.
Die Sprechstunden finden jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Bürgerhaus statt. Telefonischer Kontakt unter (05381) 46239 oder (05384) 1866.