Erinnerungen und Heiteres bei 62. Schlachtefest

Der Schlesische Freundeskreis verbrachte in St. Vitus kurzweilige Stunden. (Foto: Jung)

„Schlesischer Freundeskreis“ hatte zur Traditionsveranstaltung in St. Vitus eingeladen

Seesen (bo). Seit nunmehr 62 Jahren begehen die Schlesier in Seesen das traditionelle Schlachtefest. An dieser Tradition wurde auch in diesem Jahr festgehalten. Mit Bellgarthschem Eisbein und Pökelnacken mit Sauerkraut gab’s wieder ein deftiges Essen.
Im voll besetzten Saal des Alten- und Pflegezentrums St. Vitus – auch aus den Ortsteilen waren zahlreiche Teilnehmer gekommen – eröffnete der Sprecher des „Schlesischen Freundeskreises“, Eberhard Warnecke, mit dem Gedicht „Schlesisches Schlachtefest ist heut’“ die Veranstaltung. Besonders begrüßte er zahlreiche Mitglieder der LAB Seesen. Er gab dann auch den Startschuss für das Essen, bedauerte aber auch, dass die eingeladenen Vertreter der Stadt Seesen nicht anwesend waren.
Natürlich gab es wie gewohnt einige Programmpunkte. So wurde im ersten Teil an die Zeit der Landsmannschaft erinnert. Eberhard Warnecke stellte seiner Ansprache die Worte voran, die noch heute in der Riesenbaude unterhalb der Schneekoppe im Riesengebirge stehen: „Besseres kann ein Volk nicht erwerben als ererbten Väterbrauch. Wo des Volkes Bräuche sterben, stirbt das ganze Land dann auch“.
Warnecke skizzierte den Weg der Schlesier, erinnerte an die 14 Nobelpreisträger, die dieses Land als einziges in Deutschland hervorgebracht hat, und charakterisierte die Eigenschaften der Schlesier als „eine geglückte Kombination von preußischer Pflichterfüllung und österreichischer Gemütlichkeit, gepaart mit liebenswürdiger, offener und herzlicher Gastfreundschaft, Schaffenskraft und Heimatliebe“.
Er wies aber auch auf die Spendenbereitschaft der Schlesier in Seesen hin, die allein in den Jahren 1995 bis 2002 ohne jegliche Unterstützung 11.968 Mark für soziale Zwecke aufgebracht haben. Und Warnecke erinnert an die Worte des ehemaligen Bürgermeisters Hubert Jahns bei der Einweihung des Heimatsteins: „Die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen haben einen wichtigen Beitrag zum Aufbau in unserer Stadt geleistet. Ihnen allen gilt unser Dank und Anerkennung.“
Nach diesen etwas ernsteren und nachdenklichen Worten, die noch besonders auf die Heimat Schlesiens gerichtet waren, schloss sich dann der fröhliche Teil des Programms an. Mit Liedern und Gedichten, Lesungen und einem Sketch steigerte sich die Stimmung von Mal zu Mal. Besonders für Heiterkeit im voll besetzten Saal sorgten „Die Fahrt nach Breslau“ oder „Ein Familiengespräch“.
Im Rahmen des Nachmittags kam dann auch der Seesener Landtagsabgeordnete Rudolf Götz, der aus seiner Arbeit, besonders als Beauftragter der Landesregierung – Niedersachsen ist Patenland Schlesiens – einen Überblick vermittelte.
Das gemeinsame Kaffeetrinken und traditionell das Abschlusslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ beendete das 62. Schlachtefest in Seesen.