Erlebnisreiches Wochenende an der Ostsee verlebt

Die reiselustige Sängerschar an der Ostseeküste (Foto: Sander)
 
Innenansicht eines U-Bootes. (Foto: Sander)

Ehemalige „Eintracht“-Sänger genossen Ostholsteinische Naturschönheiten mit Ausflügen und Minikreuzfahrt

Seesen (hs). Leider gibt es den Gemischten Chor „Eintracht“ Seesen als Klangkörper schon seit Jahren nicht mehr in unserer Stadt; dennoch besteht zwischen dessen ehemaligen Mitgliedern immer noch ein herzliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Deutlich wurde dieser Gemeinsinn einmal mehr, als man jetzt am ersten Maiwochenende erneut zu einer „Vereinsabschlussfahrt“ aufbrach.
Diese „Vereinsabschlussfahrten“ des nicht mehr exis­tenten Gesangvereins haben inzwischen schon einen gewissen Traditionscharakter erlangt. Denn als man sich im Jahre 2005 schweren Herzens entschließen musste, den Verein aufzulösen, kam der Wunsch nach einer solchen gemeinsamen Fahrt auf. Es war ja noch Vereinsgeld in der Kasse vorhanden, welches die Mitglieder für ihre Zwecke verwenden wollten.
Claudia Schaare als damalige Dirigentin wurde gebeten, ihren Mann Detlef um Rat zu fragen, woraufhin dieser als versierter Busfahrer eine wunderschöne Reise nach Dresden ausarbeitete. Diese Fahrt gefiel wiederum allen so gut, dass seitdem Jahr für Jahr zu einer solchen „Abschlussfahrt“ aufgebrochen wird. Inzwischen auch mit Gästen oder lieben Freunden.
Auch die diesjährige Wochenendreise wurde wieder von Detlef Schaare organisiert. Es gehört bei ihm mittlerweile zum „Standard“, dass er seine Fahrgäste unterwegs immer mit den jeweiligen Sehenswürdigkeiten bekannt macht und er sie während der Reise an seinem profunden Wissen über Land und Leute sowie die geschichtlichen Hintergründe teilhaben lässt.
Waren nach der Dresden-Reise Ausflüge in den Spreewald (2006), in die Fränkische Schweiz (2007), an die Mecklenburgische Seenplatte (2008), in die Grafschaft Bentheim (2009), in die Vulkaneifel (2010) oder nach Merseburg (2011) das Ziel, so führte die Tour in diesem Jahr zu den Ostholsteinischen Naturschönheiten in der „Probstei“ an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins mit Schönberg als Hotelstandort. In der im Jahre 1226 zum ersten Mal erwähnten Region „Probstei“ mit der angrenzenden Ostseeküste zählt die wunderschöne Natur und Erholungslandschaft zu den schönsten Eindrücken.
Doch bevor man diese Region erreichte, unternahm Detlef Schaare mit seinen Fahrgästen eine ausführliche Stadtrundfahrt durch Deutschlands zweitgrößte Stadt, der Freien und Hansestadt Hamburg. Hoch über den Fluten der Elbe ging es über die Köhbrandbrücke in den Hafen, durch die neu errichtete Hafen-City, vorbei an den Fleeten in die Speicherstadt und letztendlich zu den weltbekannten Landungsbrücken und dem Fischmarkt. Unweit davon lag am Cruise-Center das neueste Kreuzfahrtschiff der Meyer-Werft aus Papenburg, die „AIDAmar“, und konnte in ihrer ganzen Schönheit und imponierenden Größe bestaunt werden. Dort am Ausrüstungskai werden die letzten Einbauten vorgenommen, bevor das Schiff zu seiner Erprobungsfahrt in die Nordsee startet. Am Rathaus angekommen, konnten die reiselustigen Harzer sich erst einmal die Füße vertreten und die „Mö“, Hamburgs vornehme Einkaufsstraße, die Alsterarkaden, die Binnenalster oder die City-Passage besuchen.
Bald danach war Kiel passiert und am Ende der Kieler Förde das Seebad Laboe erreicht, bekannt durch sein imponierendes Marine-Ehrenmal. Wer wollte, konnte dieses erklimmen und einen weiten Blick über die Förde genießen. Der ein oder andere konnte sich auch in die Enge des letzten Weltkrieg-U-Bootes begeben. Die Briten hatten es sich zunächst als Kriegsbeute genommen, danach war es jahrelang Ausbildungsschiff der norwegischen Marine. Nun liegt es wieder in Deutschland und kann besichtigt werden.
Anderntags wurde aufgebrochen zu einem Ausflug auf Deutschlands Sonneninsel Fehmarn. Vorbei am Gut Panker, über Lütjenburg und Heiligenhafen wurde im Zuge der Vogelfluglinie die Fehmarnsundbrücke überquert und nach Puttgarden gefahren. Hier ging es dann aufs Wasser zu einer Minikreuzfahrt mit einem der Fährschiffe, welche zwischen Puttgarden und Roedby Hafen in Dänemark hin und her pendeln und so die Verkehrslücke zwischen Skandinavien und Deutschland schließen. Einige der Reiseteilnehmer genossen an Bord nicht nur die Fahrt über die ruhige See und den strahlenden Sonnenschein, sondern nutzten auch die Gelegenheit, auf dem Schiff preisgünstig einzukaufen. Zurück ging es über die Inselhauptstadt Burg und den Hafen Burgstaaken, wo sich den U-Boot-Fans eine Möglichkeit bot, Vergleiche zwischen einem U-Boot der ehemaligen Wehrmacht und einem ausgemusterten U-Boot der Bundesmarine anzustellen. Auch „Überwasserboote“, nämlich die kleine Flotte der im Hafen liegenden Fischkutter von Fehmarn.
Die Abende wurden im Hotel mit „Probsteier Gemütlichkeit“ und Gastfreundschaft in wohltuender familiärer Atmosphäre verbracht. Wer wollte, konnte aber auch zu einem abendlichen Spaziergang durch die Schönberg Fußgängerzone aufbrechen.
Zurück in die Heimat ging es über Kiel, Bad Segeberg, Schwarzenbeck und Lauenburg zunächst bis zum Schiffshebewerk Scharnebeck, wo beobachtet werden konnte, wie kleinere Schiffe den Hubtrog verließen und anschließend ein Binnenschiff einfuhr und danach in die Höhe befördert wurde. In Lüneburg hätte eigentlich die „Spargel-Tafel“ stattfinden sollen, aber leider hatten die niedrigen Temperaturen einen Strich durch die Rechnung gemacht. So blieb es leicht fröstelnd nur bei einem Bummel durch fast menschenleere Straßen, bevor man voller neuer Eindrücke und schöner gemeinsamer Erlebnisse wieder in die Harzer Heimat zurückkehrte.
Inzwischen hat die ehemalige Chorleiterin, Jutta Lampe, die Organisation abgegeben und in die jüngeren Hände von Claudia Schaare gelegt, so dass die zukünftigen Fahrten nunmehr von ihr und ihrem Mann „gemanagt“ werden. Das Ziel für die Reise im nächsten Jahr steht noch nicht genau fest; sehr wahrscheinlich wird es aber in das Fichtelgebirge oder ins Altmühltal gehen.