Erscheinung des Herrn 2011

Erscheinung des Herrn 2011

Im Mittelpunkt des heutigen Festes steht Jesus, der sich allen Menschen als Gott offenbart. Wir schauen auf die Gaben der drei Weisen, auf den Stern, der sie nach Bethlehem geführt hat, aber selten auf die Tiere, die für unsere Könige nicht nur ein Transportmittel, sondern auch Wegbegleiter waren.
Was kann uns ein Kamel an der Krippe sagen? Das Kamel gehört zur Tierwelt der Bibel. Es ist durch die Geschichte mit den Königen zu einem Sinnbild christlicher Gottessuche geworden. Das Kamel gehört zu den Tieren, die in der Wüste zurechtkommen können. Die Wüste ist ein Gebiet, in das sich die Menschen zurückziehen, um Gott zu suchen. An dieser Stelle können wir viele Namen nennen: von Mose, durch die Propheten mit Johannes dem Täufer, beendend mit Carl de Fucoult; alle sind in der Wüste Gott begegnet.
Dort herrscht absolute Stille. Der Mensch braucht eine Wüste, um die Stimme Gottes hören zu können. Sie ist das genaue Gegenteil unserer Welt, in der wir in Lärm und in Hektik leben. Das müssen wir ertragen, obwohl uns das schwer belastet. Das Kamel kann wunderbar die Strapazen des Tages und der Reise in der Wüste ertragen. Es kann schwere Lasten tragen. Dabei ist es geduldig und hat immer Zeit. Das Kamel kann auf die Knie fallen, wenn jemand auf ihm reiten will. Es dient gerne seinem Herrn. Wie sehen wir aus im Vergleich mit einem Kamel? Können wir von ihm etwas
lernen?
Von den Weisen lesen wir im Evangelium: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm.“ Sie knien nieder und beten ihn an. Sie machen sich klein vor dem Höchsten und beten ihn an. Nach der Anbetung kehren sie und ihre Kamele nach Hause zurück.
Kamele leben in Herden. Sie ziehen als Karawanen gemeinsam durch die Wüste, weil sie wissen, dass sie zusammenhalten müssen, um zu überleben. Durch die Wüste unserer Welt sollen wir Christen nicht als Einzelne, sondern zusammen gehen. Deswegen sollen wir uns um unsere Einheit und Lebendigkeit kümmern. Beugen wir oft vor Gott unser Knie und erbitten von ihm seinen reichen Segen.

Ryszard Karp, Pfarrer
Maria-Königin-Gemeinde