Erstmals Ergonomie-Konzept für Ardagh entwickelt

Ergonomie stand jetzt in der Physiotherapie-Schule in Seesen auf dem Stundenplan. Für das Seesener Unternehmen Ardagh wurde dabei eigens ein Konzept entwickelt, das ungünstigen Bewegungen entgegenwirken soll.

Kooperation zwischen der Schule für Physiotherapie und dem Verpackungshersteller / Fragebögen ausgewertet

Eine Zusammenarbeit der besonderen Art findet seit einigenWochen zwischen der Firma Ardagh in Seesen und der Schule für Physiotherapie statt. Die Schüler der Schule für Physiotherapie hatten bereits Anfang Juni eine Befragung unter den Mitarbeitern des Unternehmens Werk Seesen durchgeführt. In dieser Woche besuchten die Schüler das Unternehmen erneut, um die Ergebnisse der Untersuchung zu präsentieren. Ein ähnliches Projekt der Schule hatte es in den vergangenen Jahren auch schon mit der Firma Heinz GmbH gegeben.
Der im Unterricht entwickelte anonyme Fragebogen ermittelt eventuelle körperliche Beschwerden, verursacht durch eine einseitige Haltung am Arbeitsplatz, oder ungüns­tige Bewegungen während immer wiederkehrender Arbeitsabläufe. Auch wird zum Beispiel gezählt, wie oft der Mitarbeiter sich bücken und welche Gewichte er bewegen muss.
Die Fragebögen erfragten auch beispielsweise die Situation in den Pausenräumen, den Weg zur Arbeit, die Veränderung der Arbeitsplätze und der Arbeitsabläufe oder des Arbeitsklimas.
Die Daten und Eindrücke wurden dann in der Schule bearbeitet und bewertet, und daraus wurden eine Empfehlung für die Firma sowie Schulungsprogramme – individuell für jeden Mitarbeiter – entwickelt. Dieses persönlich abgestimmte Programm mit ausgewählten Ausgleichsübungen stellten die Physiotherapie­-Schüler nun also im weiteren Verlauf des Projektes vor. Die Übungen waren teils für den Arbeitsplatz, teils auch als Aufgabenprogramme für zuhause entwickelt worden.
Dem Austausch zwischen den Physiotherapie-Schülern und den Beschäftigten der Firma Ardagh Seesen liegt das Unterrichtsfach Ergonomie (Wissenschaft der Arbeit) zu- grunde, wie SchulleiterinAndrea Birkner anmerkte. Außerdem sei es für die Schüler durchaus spannend, zu beobachten, welch körperliche Belastungen in einem Industrieunternehmen auf die Mitarbeiter zukommen. Entsprechend gelte es, vorzubeugen, um etwaige Beschwerden im Keim zu ersticken,
Zufrieden zeigte sich auch Ardagh-Werkleiter UlrichHartmann: „Die körperliche Gesundheit am Arbeitsplatz rückt für viele Unternehmen immer stärker in den Fokus, daher sind wir froh auf das Expertenwissen der Physiotherapie-Schule zurückgreifen zu können.“