„Es war schlicht zu gefährlich!“

Im griechischen Idomeni stranden viele Flüchtlinge. Für sie geht es nicht vor und nicht zurück. (Foto: Antenne Niedersachsen)

Mechtshäuser Yannic Wittenberg war für Antenne Niedersachsen auf der Balkanroute unterwegs – und zwar rückwärts

Gemeinsam mit seinem Kollegen Niels Kristoph war der Mechtshäuser Yannic Wittenberg für Antenne Niedersachsen vom 10. bis 24. Februar auf der sogenannten Balkanroute unterwegs. Das Projekt stand unter dem Titel „Geh doch zurück in dein Land“ – ein Satz der in der Flüchtlingsdebatte häufig unbedacht gesagt wird. „Wir haben es ausprobiert und sind die Flüchtlingsroute rückwärts gefahren und wollten uns selbst ein Bild machen, wie die Lage auf der Route ist. Wir haben mit Helfern, Flüchtlingen, Anwohnern und allen Beteiligten gesprochen, uns ihre Geschichten und Meinungen angehört und haben darüber dann zweimal täglich im Programm von Antenne Niedersachsen berichtet“, erzählt Yannic Wittenberg, der beim Radiosender derzeit eine Ausbildung zum Redakteur durchläuft und vielen Hörern bekannt sein dürfte.

Die türkisch-syrische Grenze sollte das Ziel der Reise sein

Gemeinsam mit seinem Kollegen Niels Kristoph hielt er alle Eindrücke in einem Blog mit Fotos, Videos und Texten fest. Unterwegs waren die beiden mit den Transportmitteln, die auch die Flüchtlinge benutzen – Zug, Bus Schiff oder zu Fuß. Mit dem Ziel türkisch-syrische Grenze brachen sie von Hannover zunächst nach Passau auf. Weiter ging es nach Spielfeld in Österreich, nach Dobova in Slowenien und danach nach Sid in Serbien. Von dort ging es weiter in die serbische Hauptstadt Belgrad, dann mit dem Nachtzug nach Gevgelija in Mazedonien, weiter nach Idomeni in Griechenland und nach Kavala an der griechischen Küste. Von dort setzten die beiden jungen Männer mit der Fähre nach Lesbos über, fuhren weiter nach Ayvalik und schließlich nach Izmir in der Türkei. „Dort beschlossen wir die Reise zu beenden, weil uns Verbände und Behörden massiv abgeraten haben, bis an die syrische Grenze zu fahren. Es war uns schlicht zu gefährlich“, erzählt Wittenberg.

Yannic Wittenberg: „Die Eindrücke der Reise waren unfassbar stark!”

Insgesamt haben die beiden in den 14 Tagen knapp 3.000 Kilometer zurückgelegt und sind durch acht verschiedene Länder gereist. Der junge Mechtshäuser erzählt: „Die Eindrücke der Reise waren unfassbar stark – Höhepunkte waren sicher unser Kontakt mit Schleusern in Belgrad, die Ankunft einer Fähre mit über 1.000 Menschen in Kavala und die sehr emotionalen Gespräche mit Helfern auf Le

sbos, die dort täglich völlig erschöpfte Flüchtlinge nach der gefährlichen Überfahrt aus der Türkei betreuen.“

Alle Geschichten sind zeitlich geordnet noch einmal nachzulesen unter blog.antenne.com.