Evangelische Jugend der Propstei Seesen sticht erfolgreich in See

Die Jugendlichen der Propstei Seesen – hier auf der Trebel-Brücke – genossen ihren Aufenthalt.

Kanu-Freizeit im Trebel-Tal in Mecklenburg-Vorpommern war rundherum einfach nur schön

Ende Juli und Anfang August waren 14 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren mit vier Betreuern im idyllischen Mecklenburg-Vorpommern paddelnd und – aufgrund der genialen Wetterlage – auch stets bestens gelaunt zwischen weit ausladenden Kolchose-Feldern und den sehr einladenden Fluss-Auen der Trebel in der Nähe der Peene unterwegs zu einem neuen Typ Freizeit.
Im Vorfeld dieses Unternehmens war es nach vielen Jahren der Selbstverständlichkeit zu einigen Irritationen gekommen. Im vergangenen Jahr haben Freizeitausrichtende auf verschiedenen Ebenen im Landkreis deutlich zurückgehende Teilnehmerzahlen im Alters-Segment zwischen 14 und 17 Jahren verzeichnen müssen. Dies führte in mehrfachen Fällen zu einer Absage längst geplanter und gebuchter Freizeitmaßnahmen.
Finanziell war der Ausfall noch zu verkraften, aber unklar blieb der wahre Hintergrund für diesen Wechsel im Freizeitverhalten der Heranwachsenden. Ob es das Geld oder ob es die neuen virtuellen Räume oder ob es sogar eigens veranstaltete Kleinst-Freizeiten im privaten Rahmen waren: Die Gründe für den massiven Einbruch im Reiseverhalten der jungen Erwachsenen wird wohl auch kein professionelles Büro herausfinden.
Jedenfalls hat Rhüden die Reißleine gezogen und zwei Grundsatzentscheidungen im Vorfeld dieses Sommers gefällt. Maßnahme eins: Alter runter von 12 auf 14 Jahre und Maßnahme zwei: Gesamt-Preis deutlich tiefer. Letzteres war nur möglich durch eine Freizeit in deutschen Landen und eine leicht verkürzte Aufenthaltsdauer.
Statt einer einzigen Anmeldung zu einer der wunderschönen Rhüdener Fern-Reisen in den vergangenen 25 Jahren im letzten Jahr waren es auf einmal immerhin 14 Jugendliche, die entspannte, aber gleichzeitig durch frische Aktionen geprägte Ferien-Tage im eigenen Land verleben wollten.
Mit zwei Klein-Bussen begaben sie sich mit ihren Betreuern – Marco Lilge, Ingrid und Johannes Koch sowie Sandra Schweda – ins historisch bedeutsame Nehringen. Die Bedeutsamkeit dieses völlig verträumten Ortes mit seinen 80 Einwohnern erschließt sich natürlich erst, wenn man sich einfach mal auf die dort vorherrschenden Bedingungen unvoreingenommen einlässt. Und genau dazu waren interessanterweise alle bereit. Wasserburg und schwedischer Barock im Ortskern laden ein zu näherer Erkundung.
Mit dem Kanu und eigener Muskelkraft ging es zudem flussauf- und abwärts im herrlichen Sonnenschein in die nähere und fernere Umgebung – Sonnenbrand natürlich gratis dazu.
Baden auf dem Darß, Stippvisiten in die nahegelegenen Hansestädte waren selbstverständlich auf der durch die Teilnehmenden mitbestimmten Agenda. Spätestens im Ozeaneum in Rostock wurde beim einzigen Regentag allen Beteiligten klar, dass es weltweit auch eine sehr vitale Unterwelt gibt, die sehr entdeckens- und schützenswert ist. Beim Paddeln zwischen Rohr und Ried konnte man das zwar schon kilometerweit erahnen. Noch unklar ist, ob diese kleine Gruppe im nächsten Jahr nicht doch mal wieder in die Ferne schweifen möchte. Für die Mitarbeiter stellt dieser mögliche Wunsch kein Hindernis, sondern vielmehr die Erfüllung ihres eigentlichen Wollens dar. Ob es dann vielleicht wieder einmal zart ins nahe gelegene Ausland geht? Wer weiß.
Auf jeden Fall ist ein neuer Freizeit-Typ aus der Taufe gehoben worden: kleine Zahl, schönes Ziel und direkter Kontakt untereinander zu jeder Zeit. Die Messlatte liegt auf der angepassten Höhe, mal sehen, was im nächsten Jahr „hip“ sein wird.