Falsche uneidliche Aussage, Sachbeschädigung und Körperverletzung lauteten die Tatvorwürfe

Drei Fälle wurden am vergangenen Mittwoch vor dem Seesener Amtsgericht verhandelt

Im ersten Fall, der am vergangenen Mittwoch vor dem Seesener Amtsgericht verhandelt wurde, ging es um einen 48-jährigen Seesener, der wegen falscher uneidlicher Aussage vor Gericht geladen war.
Der Mann hatte im Sommer vergangenen Jahres Anzeige gegen einen Fahrzeugführer aus Staufenberg erstattet, weil dieser in einem verkehrsberuhigten Bereich zu schnell gefahren sei. Der Strafbefehl, der von Richter Frank Rüger nicht erlassen wurde, sah ein Strafmaß in Höhe von 1600 Euro und einen sechsmonatigen Entzug des Führerscheins vor.
Dass die Angaben des Anzeigeerstatters auch vor Gericht nicht wahrheitsgemäß sein konnten, bestätigte der Sachverständige. Der Angeklagte aus Staufenberg wurde damals freigesprochen.
Auch bei der Verhandlung am Mittwoch sah der Angeklagte seine Schuld nicht ein. Richter Frank Rüger verurteilte den Mann, der bereits auffallend viele Anzeigen gegen andere Verkehrsteilnehmer erstattet hat, zu 130 Tagessätzen à 10 Euro.


Ein 24-jähriger Langelsheimer hatte sich wegen des Tatvorwurfes der Sachbeschädigung vor dem Seesener Amtsgericht zu verantworten. Ein 29-jähriger Langelsheimer hatte ihn dabei beobachtet, wie er auf einem Fahrrad an dem Pkw seiner Freundin vorbeifuhr und einen Pflasterstein in die Heckscheibe warf. Er kannte den Langelsheimer und war sich sicher, das Gesicht des 24-Jährigen wiedererkannt zu haben. Dieser hatte jedoch ein „wasserdichtes“ Alibi und war zu dem Zeitpunkt des Vorfalls in Astfeld, wie Zeugen bestätigten. Der Langelsheimer wurde freigesprochen.


Ein 46-jähriger Seesener soll laut Strafbefehl im November vergangenen Jahres seinen 74-jährigen Vermieter bei einer verbalen Auseinandersetzung mit Fausthieben verletzt und in einen Rhododendronbusch geschubst haben. Tatsächlich gab es eine Auseinandersetzung zwischen Vermieter und Mieter, jedoch nicht zum ersten Mal, wie die Gattin des Geschädigten angab. Schon mehr als zehn Jahre wurde die Familie von dem Vermieter mit Kleinigkeiten belästigt und gestört. Das Ehepaar wandte sich am Tag des Vorfalls an die Frau des Vermieters, da dieser dement ist und das Ehepaar belästigt hatte. Als der 74-Jährige dazu kam, gab es eine lautstarke Auseinandersetzung und der 46-Jährige schubste den Rentner mehrmals zu Boden. Mit der Faust habe er ihn jedoch nicht geschlagen, so die Einlassung des Angeklagten.
Da der 74-Jährige keine schweren Verletzungen davontrug, wurde das Verfahren eingestellt. Der Seesener hat jedoch 1500 Euro an das DRKSeesen zu zahlen. Das Geld soll der Anschaffung eines Defibrillators dienen.