FDP mit deutlich verjüngtem Kreisvorstand

Von links: Andreas Oberbeck, Annett Jerke, Matthias Lüttge und Frank Schlage. – Weitere Mitglieder des Vorstandes sind Helge Frank (Oberharz) Schriftführer, Olaf Franz (Oberharz) Schatzmeister, Hans Bahn (Oberharz) Beisitzer, Wolfgang Just (G (Foto: bo)

Matthias Lüttge (Lutter) neuer 1. Vorsitzender / Andreas Oberbeck Stellvertreter / Engagement Dr. Lauterbachs gewürdigt

Viel Lob für die Leistung des alten Vorsitzenden Dr. Jürgen Lauterbach und ein Generationswechsel im Vorstand: Das waren– auf einen kurzen Nenner gebracht – die Ergebnisse des jüngsten FDP-Kreisparteitages, der in Goslar stattfand.

Seesen/Lutter/Goslar (bo). Seit 1990, so hieß es, habe Dr. Jürgen Lauterbach an der Spitze des Kreisverbandes gestanden und an vorderster Front die Geschicke der FDP im Kreisverband Goslar gelenkt. Er habe die Partei mit viel Engagement durch Bundes-, Landtags- und Kreistagswahlen geführt, doch sein Traum, ein Bundes- oder Landtagsmandat für die Goslarer FDP zu gewinnen, sei trotz guter Wahlkämpfe nicht in Erfüllung gegangen. Dafür sei er als Fraktionsvorsitzender aber sehr erfolgreich in die Goslarer Kreistagsarbeit eingebunden. Auf diese wichtige Aufgabe wolle er sich in Zukunft voll konzentrieren und werde auch im September bei den Kommunalwahlen wieder für die FDP kandidieren. Zur Wahl des FDP-Kreisvorsitzenden trat er aus diesem Grunde nicht mehr an.
Unter den Augen des anwesenden Bezirksvorsitzenden und Mitglieds des Landtages Björn Försterling konnten nach dem Bericht des Vorstandes, den der stellvertretende Vorsitzende Matthias Lüttge einbrachte, und weiteren Regularien die Neuwahlen eingeleitet werden. Dabei wurde Matthias Lüttge (Lutter) mit großer Mehrheit zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Zusammen mit den neuen Stellvertretern Andreas Oberbeck (Seesen), Annett Jerke (Goslar) und Frank Schlage (Bad Harzburg) präsentierte sich nach der Wahl ein deutlich verjüngter Kreisvorstand, der auch gleich deutlich machte, dass er seine Aufgabe nicht nur in der Verwaltung der Partei sehe, sondern auch politisch verstärkt mitreden wolle.
Zum Abschluss des Wahlparteitags gab Björn Försterling den Delegierten mit auf den Weg, dass die Partei sich in Zukunft verstärkt um die Sachthemen kümmern werde. Personalfragen würden auf dem Bundesparteitag entschieden; die öffentlichen Debatten würden die Liberalen nicht voranbringen. Es stünden vielfältige Sachfragen auf der aktuellen politischen Agenda, und diese verlangten aber die Mitarbeit und Kompetenz aller Parteimitglieder.
Und so war seine Ansprache auch als Aufruf zum Mitmachen und Mitgestalten zu ver- stehen. Auch beim Thema Energiewende müsse ein geistiger Neuanfang gemacht werden. Das Kleinrechnen eines Restrisikos reiche offensichtlich nicht mehr als Sicherheit aus, wenn dieses Restrisiko real werde. Försterling: „Wir werden das Risiko der Energieerzeugung neu bewerten, und wir müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen.“
In der Energiefrage sei es wichtig, betonte Andreas Oberbeck in einem persönlichen Statement, dass die FDP sich glaubwürdig präsentiere und für Deutschland eine Energiepolitik entwerfe, die die Innovationsnische bei alternativen Energiesystemen erkenne. Oberbeck: „Wir müssen uns insbesondere bei intelligenten alternativen Energiesystemen an die Spitze der Entwicklung setzen und Technologieführer bleiben. Deutschland sollte mehr als bisher ein hochinnovatives Energieforschungsland sein und Antworten auf die CO2-Verwertung und Speicherung regenerativer Energien wie Wind- und Sonnenenergie finden.“ Die solare Erzeugung von Wasserstoff und seine gefahrlose Speicherung nach chemischer Umwandlung mit CO2 in Methan scheine eine vielversprechende Lösung. Hier müssten marktreife, großindustrielle Verfahren entwickelt werden. Die Märkte für alternative Energiesysteme würden weltweit stärker wachsen als bisher angenommen und „wir müssen sie besetzen.“ Dann sei die Energiewende auch ökonomisch richtig und langfristig bezahlbar.