Feininger-Naturnotizen und Mal-Workshop

„Stille Tage am Meer“ von Lyonel Feininger – am 6. März wird die Kunsthistorikerin Renate Wanda Gehl aus Göttingen über das Schaffen des deutsch-amerikanischen Künstlers im Museum referieren.

Freundeskreis Städtisches Museum lädt zu Vortrag ein / Malen mit Ölfarben

Der Freundeskreis Städtisches Museum lädt am Donnerstag, 6. März, um 19 Uhr, zu einem kunsthistorischen Vortrag ein. Renate Wanda Gehl aus Göttingen spricht über Lyonel Feininger. Die Kunsthistorikerin wird den Zuhörern das gesamte Lebenswerk des deutsch-amerikanischen Künstlers nahe bringen.

Feininger kam erst mit 36 Jahren zur Malerei. Zuvor war er als kommerzieller Karikaturist für verschiedene deutsche, französische und amerikanische Zeitungen und Zeitschriften tätig.
Berühmt wurde Feininger durch seine Bilder von Kirchen und Dorfansichten im thüringischen Umland von Weimar, wo er am dortigen Bauhaus als Dozent tätig war. Walter Gropius hatte Feininger 1919 als Leiter der grafischen Werkstatt ans Staatliche Bauhaus in Weimar berufen. Die Sommermonate verbrachte Feininger mit seiner Familie auf der Insel Usedom. Bei diesen Meeraufenthalten fertigte er viele Skizzen (Naturnotizen) an, auf deren Motive er bei späteren Arbeiten gern zurückgriff.
1937 übersiedelte Lyonel Feininger in die USA. Hier entstand sein Spätwerk, in dem er sich unter anderem mit der „Wolkenkratzer“-Architektur und den Straßenschluchten von New York auseinandersetzte.
Renate Wanda Gehl wird auch auf Feiningers Komposition und Malweise eingehen. Somit bietet der Vortrag einen idealen Einstieg in die an den folgenden Tagen im Museum stattfindenden Workshops.
In diesen Workshops lernen die Teilnehmer Feiningers Maltechnik kennen, seine sich durchdringenden und überlagernden Formen in kristalliner Transparenz. Renate Wanda Gehl stellt den Mitwirkenden eine Vielzahl an Motiven (Häuser und Kirche in Seesen, Segelboote am Meer) zur Verfügung. Natürlich können die Teilnehmer auch eigene Motive verwenden, beispielweise ihr Wohnhaus. Nebenher wird Wissenswertes über Komposition, Perspektive, Farbtheorie und Farbkonzept, Farb- und Formkontrast vermittelt.
Das Hauptanliegen von Renate Wanda Gehl ist es, auf jeden Teilnehmer individuell einzugehen. Am Ende eines jeden Tages finden Bildbesprechungen statt.
Für die Workshops werden wasservermalbare Ölfarben (drei Grundfarben und Schwarz und Weiß), ein Aquarellblock, Ölmalblock oder eine Leinwand benötigt. Die Materialien können die Teilnehmer selbst mitbringen oder aber gegen ein geringes Entgelt vor Ort erwerben.
Der Workshop findet am Freitag, 7. März bis Sonnabend, 8. März, jeweils von 10 bis 16 Uhr statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 90 Euro. Der Kurs kann aber auch tageweise für jeweils 45 Euro gebucht werden. Anmeldungen für den Workshop werden direkt im Städtischen Museum Seesen unter der Telefonnummer (05381) 48891 entgegengenommen.