Ferienjobs: Das müssen Schüler steuerlich beachten

Viele junge Leute wollen jetzt ihr Taschengeld aufbessern / Lohnsteuerhilfe Bayern gibt wichtige Tipps

Die Ferienzeit nutzen viele Schüler und Studenten, um ihr Taschengeld oder Bafög aufzustocken. Je nach Gehalt und Dauer der Beschäftigung verdient der Staat eventuell – in Form von Steuern und Sozialabgaben – mit. „Damit junge Leute nichts beziehungsweise nur wenig von ihrem erarbeiteten Geld abgeben müssen, sollten ein paar Punkte beachtet werden“, rät Gudrun Steinbach, Vorstand bei der bundesweit aktiven Lohnsteuerhilfe Bayern. „So gilt ein Ferienjob unter bestimmten Voraussetzungen als kurzfristige Beschäftigung und ist dann steuer- und sozialabgabenfrei“, so die Steuerexpertin. Darüber hinaus haben Schüler und Studenten die Möglichkeit, 400-Euro-Jobs anzunehmen, die lediglich der Arbeitgeber pauschal versteuern muss. „Diese sind für die jungen Arbeitnehmer das ganze Jahr über steuer- und sozialabgabenfrei und eine willkommene Aufbesserung der Finanzen“, erklärt Gudrun Steinbach.
Die Lohnsteuerhilfe Bayern rät Ferienjobbern in der Regel auf eine kurzfristige Beschäftigung zu achten. Diese darf maximal zwei Monate beziehungsweise 50 Arbeitstage im Jahr betragen. Ist dieser Umstand erfüllt, müssen keine Beiträge in die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung eingezahlt werden. Allerdings benötigt der Arbeitswillige eine Lohnsteuerkarte, da eine solche Beschäftigung – je nach Verdienst – nicht steuerfrei ist. Die Lohnsteuerkarte wurde letztmalig für das Jahr 2010 ausgestellt. Erst mit der endgültigen Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte voraussichtlich im Jahr 2013 ist keine „Papierkarte“ mehr erforderlich, dann werden alle Daten elektronisch anhand der Steueridentifikationsnummer übermittelt. Schüler und Studenten erhalten, falls sie keine Lohnsteuerkarte haben, beim Wohnsitzfinanzamt bis zur Einführung des elektronischen Verfahrens solange eine sogenannte Ersatzbescheinigung.

Steuererklärung:
Abgabe wichtig

Im Jahr 2012 ist in Steuerklasse I ein monatlicher Verdienst von bis zu 905 Euro steuerfrei. Ist das mit dem Arbeitgeber ausgehandelte Gehalt höher, werden Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und geringfügig Kirchensteuer einbehalten. Diese erhält dann das Finanzamt. Die Lohnsteuerhilfe Bayern rät jungen Leuten daher zur Abgabe einer Steuererklärung. „Weil die Einnahmen aus zwei Monaten Ferienjob oftmals unter dem Grundfreibetrag von 8.004 Euro für Alleinstehende liegen, werden die zuvor einbehaltenen Steuern oft in voller Höhe erstattet“, so Gudrun Steinbach vom Lohnsteuerhilfeverein. Da die Abgabe einer Steuererklärung in diesem Fall freiwillig ist, haben Schüler und Studenten bis zu vier Jahre dafür Zeit. Unterstützung erhalten sie von Lohnsteuerhilfevereinen wie der Lohnsteuerhilfe Bayern, die bundesweit mehr als 500.000 Mitglieder betreut.
Was ihren Anspruch auf Kindergeld betrifft, so sollten die Eltern volljähriger Kinder, die bereits eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen haben und einen Ferien- oder Freizeitjob ausüben, die Begriffe der „schädlichen“ und „unschädlichen“ Erwerbstätigkeit kennen:
Bei einer Erwerbstätigkeit des Kindes mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden ist Vorsicht geboten. Hier droht gegebenenfalls der Verlust des Kindergeldes.

Kindergeld ist
nicht in Gefahr

Das Kindergeld ist jedoch nicht in Gefahr, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit des Kindes bis zu 20 Stunden beträgt. Auch kann die Beschäftigung des Kindes vorübergehend (das heißt höchstens zwei Monate im Jahr) ausgeweitet werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass durchschnittliche Arbeitszeit des Kindes während des gesamten Berücksichtigungszeitraums im Kalenderjahr nicht mehr als 20 Stunden betragen darf.
Ein Ausbildungsverhältnis oder ein Minijob ist übrigens nicht schädlich für das Kindergeld, unabhängig davon, wie lange die wöchentliche Arbeitszeit ist.