Feuerwehrkräfte im Dauereinsatz – Katastrophenfall ausgerufen!

Rhüden steht derzeit komplett unter Wasser!

In Booten und Wathosen zu den betroffen Menschen / FC-Sportanlage steht unter Wasser

Das Hochwasser 2017 stellt auch die Feuerwehren im Stadtgebiet vor hohe Anforderungen. Seit Montagabend sind die Einsatzkräfte nun schon im Einsatz für die betroffenen Einwohner. In allen Orten wird geholfen, wo es nur geht. Aber das Wasser ist ja quasi überall und die Einsatzkräfte stoßen an ihre Leistungsgrenzen.  

Landkreis Goslar ruft 
Katastrophenfall aus 

Der Landkreis Goslar hatte aufgrund der angespannten Hochwassersituation im Kreisgebiet am Mittag offiziell den Katastrophenfall ausgerufen.  Mit diesem Schritt übernahm der Katastrophenschutzstab (KatS) des Landkreises Goslar zu diesem Zeitpunkz die Gesamtverantwortung und übergeordnete Koordination aller Einsätze für das Kreisgebiet.
„Wir kommen nur noch in Booten und Wathosen zu den Menschen in den besonders schwer betroffenen Bereichen“, hatte Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke bereits am Vormittag verlauten lassen. Das Wasser floss aus der  Schildau und Schaller in Richtung Rhüden. „Das Stauwerk“, und das war Jürgen Warnecke besonders wichtig, zu betonen, „arbeitet hervorragend, aber gegen diese Wassermassen können wir einfach nicht ankämpfen, auch wenn im Staubereich hervorragend reguliert wurde“. Der Sportplatz des FC Rot-Weiß Rhüden und das Sportgelände sowie die Turnhalle waren wieder komplett abgesoffen und boten einen traurigen Anblick, 
Erst jetzt wurde das ganze Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe in Rhüden halbwegs sichtbar. Die Feuerwehr konnte zwar durch ausgeklügelte Detail-Arbeit die Lage am Stau-Wehr in Schach halten, aber die gewaltigen Wassermassen machten diese große Leistung beinahe zunichte. 

Jahrhunderthochwasser bringt alle an den Rand der Kraft

Noch weit mehr als im Jahrhundert-Hochwasser von 2007 stieg das Wasser rund um die Nette auf einen neuen, traurigen Höhepunkt.
Aufmerksame Bürger richteten  in den sozialen Netzwerken drei neue HilfsPortale ein: Zum einen bot Katja Hencken, Ehefrau des Rhüdener Ortsbürgermeisters Frank Hencken, gemeinsam mit anderen Erzieherinnen eine Kinderbetreuung für in der Zeit von 8 bis 18 Uhr an. Bei Bedarf besteht dies Angebot auch noch bis zum Freitag. Des Weiteren gibt es eine „Tauschbörse“ für akut benötigten Wohnraum. 

Rotes Kreuz versorgt die 
Helfenden mit Lebensmitteln

Schließlich gibt  es noch eine Akut-Versorgung in den am schlimmsten betroffenen Häusern in den Bereichen Schlackenstraße/Auf den Steinen und Spadentorstraße. Die Feuerwehr sah sich zwischenzeitlich nicht mehr in der Lage, die zahlreichen Hilfesuchenden adäquat zu versorgen, da alle verfügbaren Kräfte vollumfänglich eingebunden waren. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte unterdessen die zahlreichen Helfenden mit den nötigen Lebensmitteln. Der durch die Naturkatastrophe entstandene Schaden lässt sich derzeit nur ganz entfernt erahnen. Weit mehr wiegt natürlich erneut die seelische Belastung der betroffenen Personen. Das Aktionsbündnis „Rhüdener helfen Rhüdenern“ wird sich alsbald  der Lage in Rhüden annehmen, heißt es.
Wer vorher schon etwas zur Bewältigung der  Situation besteuern möchte, kann schon eine Spende geben. Das Konto lautet: IBAN: DE74 2685 0001 0000 0185 64 bei der Stadtsparkasse Goslar. Bitte bei der Überweisung als Text „Hochwasser 2017“ angeben. Gern werden ab einem Betrag von  20 Euro auf Wunsch auch Spendenbescheinigungen ausgestellt.