Feuerwehrverband würdigt Engagement Jürgen Eberts mit goldenem Ehrenzeichen

Jürgen Ebert (links) wird hier von Kreisbrandmeister Uwe Borsutzki ausgezeichnet. (Foto: Kluge)

Kreisdelegiertentagung / FTZ-Neubau verzögert sich / Stefan Bettner zum Brandmeister gekürt

Seesen (cfk). Mit dem goldenen Ehrenzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes wurde Seesens stellvertretender Bürgermeister Jürgen Ebert bei der jüngsten Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Goslar ausgezeichnet. Damit ehrten die Florianer sein außerordentliches Engagement zum Wohle der Blauröcke und ihrer Aufgaben.
Allerdings bescherte die mit rund 200 Abgeordneten der verschiedensten Wehren gut besuchte Versammlung im Kurhaus in Braunlage nicht nur solch positive Nachrichten. Denn Kreisrätin Kathrin Weiher brachte die recht frische Nachricht, dass der Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Goslar sich weiter verschiebe. Just an dem Versammlungstage war der Erwerb des dazu vorgesehenen Grundstücks an nicht näher erläuterten Bedingungen gescheitert. „Nun müssen wir nach neuen Alternativen Ausschau halten“, so Weiher, die aber betonte: „Wir wollen eine neue FTZ.“
Das war allerdings auch der einzige Wermutstropfen an diesem Abend, der anlässlich „50 Jahre Jugendfeuerwehr“ in Braunlage dort stattfand. Kreisbrandmeister Uwe Borsutzky konnte von einer einsatzfähigen Katastrophenschutztruppe berichten. Auch das gute Zusammenspiel der einzelnen Hilfsorganisationen funktioniere prächtig. Hinsichtlich der Katastrophe in Japan erlaubte er sich die Frage an die Politik, ob Sparmaßnahmen wirklich immer mit aller Gewalt durchgedrückt werden müssten. Das führe vereinzelt zu Diskrepanzen mit der Politik. „Wenn die Politik lautet, an den Feuerwehren einzusparen, müssen wir uns darauf einstellen, Lippenbekenntnisse bringen nichts“, so Borsutzky. Zumal sich durch solche Sparmaßnahmen auch die Nachwuchsgewinnung erschwere. Denn der „Spaßgesellschaft fehlt der Blick zur Feuerwehr“, doch moderne Technik und vernünftige Aus- und Fortbildung könnten noch locken. Die Forderung an die Politik war eindeutig. Der Standard der Feuerwehren muss erhalten werden, denn „er sorgt für ein gewisses Maß an Lebensqualität im Landkreis.“
Mit einigen Zahlen verdeutlichte Borsutzky, wie wichtig die Feuerwehr in der Region ist. Insgesamt 56 Feuerwehren zählt der Landkreis mit 2212 Mitgliedern, davon 164 weibliche. 1414 Einsätze galt es 2010 zu fahren, davon 330 Brandeinsätze, 770 Hilfeleistungen und leider auch 314 blinde und böswillige Fehlalarme. Insgesamt stehen 176 Fahrzeuge zur Verfügung, von denen ein Teil allerdings schon bei Anschaffung gebraucht gewesen und nun alt sei. Auch Regierungsbrandmeister Jürgen Ehlers bestätigte, dass Ausstattung und Fahrzeuge wichtige Attribute der Florianer seien. Schließlich „muss auch eine Art Motivation da sein“, so Ehlers, „das ehrenamtliche Arbeiten darf auch einmal Spaß machen.“
Übrigens: Im Rahmen der Delegiertentagung wurde Stefan Betterner zum Brandmeister befördert.