Filterbrand bei FELS und Mega-Stau auf A 7

Während mit der Drehleiter aus Seesen die Gerätschaften zur Einsatzebene befördert wurden, ging die Drehleiter aus Bad Grund als zweiter Rettungsweg in Stellung und übernahm die Überwachung mit der Wärmebildkamera. (Foto: Feuerwehr)
 
Mehr als 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK und Polizei waren in Münchehof im Einsatz. (Foto: Feuerwehr)

Zwei Großeinsätze in vier Tagen: Das neue Jahr hält die Feuerwehren im Stadtgebiet ganz schön auf Trab

Insgesamt betrachtet wird das Jahr 2013 als eher durchschnittlich ereignisreiches in der Chronik des Feuerwehr-Stadtkommandos Erwähnung finden. Sieht man einmal von dem verheerenden Großfeuer in Bornhausen an Heiligabend ab, ging es in den zwölf Monaten zwar arbeitsreich, aber doch verhältnismäßig ruhig zu. Dafür hält das gerade erst begonnene Jahr 2014 die Feuerwehren im Stadtgebiet jetzt schon ganz schön auf Trab. Das war nämlich noch keine 48 Stunden alt, da wurde am späten Donnerstagnachmittag ein Großaufgebot an Einsatzkräften zu den FELS-Werken nach Münchehof beordert.
Dort war eine Filteranlage in Brand geraten. Lange brauchte Einsatzleiter Jens Nolte von der Ortsfeuerwehr Münchehof nicht, um im Zuge einer ersten Lage­­erkundung festzustellen, dass es sich um einen Kaminbrand mit Braunkohlestaub in etwa 15 Metern Höhe handelte. Dementsprechend schnell wurde gehandelt. Um ein Übergreifen des Brandes zu unterbinden, wurde unverzüglich eine Riegelstellung auf einer tiefer gelegenen Ebene und ein Schaumangriff unmittelbar am Zugang zur Filteranlage veranlasst. Mittels der Seesener Drehleiter wurden zunächst die für den Schaumangriff erforderlichen Gerätschaften zur „unteren Ebene“ befördert und anschließend die Riegelstellung mittels C-Rohr eingerichtet; eine zweite B-Leitung wurde durch das Treppenhaus gelegt.
Da die Gefahr einer Durchzündung beim Öffnen der Filterklappen bestand, wurde ein Aktiver mit Hitzeschutzanzug zum Öffnen dieser Klappe eingesetzt. Erst nach vollständigem Aufbau der Wasserversorgungen und des Schaumangriffs konnte mit dem gezielten Löschangriff innerhalb der Filteranlage begonnen werden.
Aufgrund des enormen Arbeitsaufwandes unter Atemschutz wurden die Feuerwehren Rhüden mit dem Einsatzleitwagen (AGT-Überwachung und Atemschutzgeräteträger), die Feuerwehr Bad Grund und die Feuerwehr Mechtshausen nachalarmiert. Aus diesem Grund blieb der Rettungsdienst während des gesamten AGT-Einsatzes vor Ort. Es waren keine offenen Flammen erkennbar, und somit wurde Rücksprache mit den Münchehöfer Kameraden und den zuständigen FELS-Mitarbeitern gehalten. Anstatt wie geplant die Filteranlage von oben zu „fluten“, setzte man den Innenangriff weiter fort. Die mittlerweile eingetroffene zweite Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Grund ging als zweiter Rettungsweg in Stellung und übernahm die Überwachung mit der Wärmebildkamera. Zu diesem Zeitpunkt waren vier Atemschutztrupps im Einsatz. Nachdem die erste Filterkammer bis auf Glutnester abgelöscht und die zweite Kammer kontrolliert wurde, konnte am frühen Abend vorerst „Feuer aus“ gemeldet werden.
Ein Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Goslar versorgte die Feuerwache Seesen mit einsatzbereiten Atemschutzgeräten, während der Schlauchwechselwagen der FTZ an die Einsatzstelle beordert wurde. Einige aus dem Einsatz herausgelöste Atemschutzgeräteträger wurden in der Zwischenzeit zur Feuerwache gefahren, die restlichen Kräfte vor Ort wurden vom DRK-Ortsverein Münchehof mit warmen und kalten Getränken versorgt.
Kurze Zeit später meldete Einsatzleiter Jens Nolte, dass auf der obersten Ebene noch Temperaturen von 152 Grad Celsius gemessen würden. Mittels Sprühstrahl wurde die Anlage heruntergekühlt und es konnte mit der Demontage der Filterklappen begonnen werden, um die letzten Glutnester abzulöschen.
Insgesamt waren an diesem Einsatz rund 100 Feuerwehrleute beteiligt.

Mehrere hundert Liter Diesel ausgelaufen

Auch am Wochenende gab es keine Ruhe. Am Samstagmorgen, gegen 9.30 Uhr, wurde die Feuerwehr Rhüden zu einem Verkehrsunfall auf die BAB 7 in Fahrtrichtung Süd alarmiert. Da sich die Unfallstelle im Bereich der Großbaustelle befand, wurde auch die Feuerwehr Seesen nachalarmiert. Der Fahrer eines 40-Tonners war aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und hatte sich beim Überfahren der Leitplanke den Dieseltank aufgerissen. Im Anschluss kippte der Anhänger um und die Zugmaschine verschob die Mittelbetonabtrennung. Mehrere hundert Liter Dieselkraftstoff liefen aus und ergossen sich auf der Fahrbahn sowie im Böschungsbereich. Mit Bindemittel wurde der auslaufende Kraftstoff im Bereich der Böschung sowie auf der Fahrbahn eingedämmt und abgebunden. Wie üblich in einem solchen Fall, machten sich auch Mitarbeiter der unteren Wasserbehörde des Landkreises Goslar auf den Weg zum Unfallort. Der Fahrer wurde bei dem Unfall glücklicherweise nicht verletzt. Nach vier Stunden war der Einsatz für die Feuerwehren beendet. Die Bereitschaft des DRK Seesen hatte während des Einsatzes die im Stau stehenden Fahrzeuginsassen mit Heißgetränken und kleinen Leckereien versorgt. Die Autobahn blieb noch bis in die Abendstunden voll gesperrt. Ein Riesenstau bis zu einer Länge von 20 Kilometern ließ sich nicht vermeiden. Auf der Umleitungsstrecke von Rhüden bis Seesen kam der Verkehr ebenfalls zum Erliegen