Forstamtsbetrieb beeindruckt Landtagspräsidenten

Abstecher nach Münchehof: Stellvertretender Forstamtsleiter Michael Thätner (rechts) mit Landtagspräsident Hermann Dinkla und dem Landtagsabgeordneten Rudolf Götz (von links) in der Ausbildungswerkstatt in Münchehof. (Foto: Knoblich)
 
Was mag an dieser „nackten“ Garderobe wohl so interessant sein? Ganz einfach: Ihre Bestandteile sind aus verschiedenen Holzarten. Der gelernte Tischler Hermann Dinkla nutzte im Betriebsgebäude in Münchehof quasi im Vorbeigehen die Gelegenheit, seine Kenntnisse aufzufrischen. (Foto: Knoblich)

„Beruf des Forstwirtes offensiver darstellen“: Hermann Dinkla folgt Einladung von Rudolf Götz MdL

Hoher Besuch aus dem Landesparlament hatte sich für den vergangenen Freitag angekündigt. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Rudolf Götz (CDU) machte sich der Präsident des Niedersächsischen Landtages, Hermann Dinkla, auf den Weg nach Seesen. Gut, dass Dinkla auch genügend Zeit mitgebracht hatte, denn auf dem Programm stand ein ausgedehnter Besuch im Niedersächsischen Forstamt Seesen. Dessen stellvertretender Leiter, Michael Thätner, konnte neben Götz und dem Landtagspräsidenten auch Dinklas Ehefrau, Dr. Gisela Dinkla, begrüßen. Sie nutzte die Gelegenheit, Seesen nach langer Zeit wieder einmal einen Besuch abzustatten. Hier hatte sie einige Kindheitsjahre verbracht.
Nach der allgemeinen Vorstellung der forstlichen Situation im Forstamt Seesen, das mit seinen elf Revierförstereien immerhin eine Fläche von rund 18.000 Hektar zu betreuen hat, ging es mit den Gästen hinaus in die Natur. Im Rahmen einer kleinen Wald-Exkursion sprach Michael Thätner vor Ort unter anderem die Themen Waldumwandlung und Holzernte an. Ein bedeutender Faktor, wenn man bedenkt, dass im Landeswald pro Jahr etwa 86.000 Kubikmeter Holz – überwiegend Fichte und Buche – eingeschlagen werden. Dazu kommen aus den Betreuungsforsten noch einmal 40.000 Kubikmeter.
Daneben ging Thätner auf die großen Schäden ein, die der Orkan Kyrill Anfang 2007 auch im Bereich des Forstamtes Seesen hinterlassen hatte und die vor allem im Fichtenbestand noch lange nachwirkten. „Das haben wir aber schnell als Chance genutzt, um verstärkt andere Holzarten anzupflanzen“, erklärte der Experte.
Letzte Station war das neue Betriebsgebäude des Forstamtes in der Sautalstraße 1 in Münchehof. Es wird als Maschinenhalle genutzt, verfügt über Büros für die Förster, eine Ausbildungswerkstatt und in der oberen Etage über Räume, in denen Berufsschüler unterrichtet werden. „Der Erwerb an dieser Stelle war und ist ein echter Glücksfall“, machte Michael Thätner nach einem kleinen Rundgang durch das Gebäude deutlich – und meinte damit vor allem die räumliche Nähe zum Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum gleich nebenan. Hier bestehe eine hervorragende Zusammenarbeit.
Im Rahmen der Abschlussbesprechung zeigte sich Hermann Dinkla gleich mehrfach beeindruckt, unter anderem von der Qualifizierung und vom hohen Stand der Ausbildung. „Mit welchem Enthusiasmus und Sachverstand mir zwei Forstwirt-Auszubildende im zweiten Lehrjahr demonstrierten, wie man einen Baum fällt, das war schon beeindruckend“, sagte Dinkla. Gerade angesichts der Nachwuchs-probleme, sprich des Fachkräftemangels, müsse der Beruf des Fortwirtes offensiver und in der ganzen Breite der Qualifikation dargestellt werden. Hier gelte es, junge, naturbegeisterte Leute für die Ausbildung zu gewinnen, „denn hier geht es um weit mehr als nur um das Baumfällen“, machte der Landtagspräsident deutlich.
Der Wald in Niedersachsen, der mit 1,15 Millionen Hektar immerhin fast ein Viertel der Gesamtfläche des Landes ausmache, habe zweifelsohne heute mehr denn je eine wirtschaftliche Bedeutung. Daneben dürfe aber die wichtige ökologische Funktion nicht aus den Augen verloren werden. Hier müsse die richtige Balance gefunden und Einklang hergestellt werden.
„Ich habe heute viel gelernt“, sagte Hermann Dinkla am Ende seines Besuchs. Zwar ist dem 69-Jährigen, der aus Westerholt im Landkreis Wittmund stammt, als gelerntem Tischler der Werkstoff Holz gut vertraut, doch die gewonnenen Einblicke in den Forstbetrieb beeindruckten ihn sichtlich. Die Bündelung der Ausbildung an einem Standort bezeichnete er als „tolle Angelegenheit“.