„Frauen an der Macht?!“

Wann? 21.03.2013 19:00 Uhr

Wo? Bürgerhaus, Jacobsonplatz, 38723 Seesen DE
Das Kloster Brunshausen steht im Mittelpunkt des Vortrags.
Seesen: Bürgerhaus |

Kunsthistoriker hält beim Harzklub Vortrag über Gandersheimer Reichsstift

Mit einem besonderen Vortrag beendet der Harzklub-Zweigverein Seesen seine winterliche Vortragsserie. Am kommenden Donnerstag, 21. März um 19 Uhr hält der Leiter vom Bad Gandersheimer Portal zur Geschichte, der Kunsthistorikter Thorsten Henke, im Raum des Harzklubs im 2. Obergeschoss des Bürgerhauses einen Powerpoint-Vortrag mit dem Titel ,,Frauen an der Macht?! – Das Gandersheimer Reichsstift und seine Geschichte.‘‘
Das Kloster Brunshausen, wo alles seinen Ursprung hatte, ist eine der ältesten Klosteranlagen in Niedersachsen. Heute werden in der gotischen Hallenkirche textile Kostbarkeiten aus 1200 Jahren, mittelalterliche Skulpturen und original farbenfrohe Glasmalereien gezeigt. Überhaupt kommen von Brunshausen die Wurzeln des ottonischen Kaisergeschlechtes, was stellenweise ein Gebiet von der Nordseeküste bis nach Italien sein Eigen nannte. Graf Liudolf von Sachsen und seine Gattin Oda hatten den Entschluss gefasst, in Gandersheim eine geistliche Gemeinschaft für Frauen zu gründen. Deshalb unternahmen die beiden eine beschwerliche Reise nach Rom, um hier Papst Sergius II. zu bitten, ihre noch nicht volljährige Tochter Hathumod als erste Äbtissin einsetzen zu dürfen. Weiterhin baten sie den Papst um eine wirkungsträchtige Reliquie für die Gründung des Frauenstiftes. Beide Bitten wurden ihnen erfüllt.
Thorsten Henke wird noch von vielen Frauen des Stiftes zu berichten wissen, die etwas Besonderes geleistet haben, etwa von der ersten deutschen Dichterin Roswitha. Ihre Hauptwerke schuf sie in drei Büchern zwischen 960 und 973. Hier beschreibt sie im ersten Buch in 903 Versen über Maria bis zu deren Flucht mit dem Christuskind. Das zweite Buch besteht aus sechs in Reimprosa gehaltenen Dramen und im letzten Buch erzählt sie die Geschichte ihres Klosters. Auch findet sich hier ein Gedicht über die Taten von Otto I.
Der Referent wird aber auch von der letzten bis 1810 in Amt und Würden gewesenen Äbtissin Auguste-Dorothea zu berichten wissen, die weite Teile ihrer Kindheit und Jugend in Seesen verbrachte.
Wer die Seesener Stadtgeschichte verstehen will, der sollte auch die von Gandersheim kennen. Lange Jahre war Seesen von Gandersheim abhängig. Die erste Erwähnung von Seesen steht auf der Urkunde vom 7. Juni 974, wo Kaiser Otto II. sein Eigengut Sehusa und die dazugehörende Burg dem Stift Gandersheim schenkt.
Noch gut 300 Jahre später hatte sich an den Eigentumsverhältnissen wenig geändert. 1281 übergab Äbtissin Margarethe dem Edlen Hugold von Schermke den Sattelhof - das Gelände um das jetzige Heimatmuseum - im Tausch gegen Ländereien bei Derenburg.
Am 10. April führt der Referent dann eine Harzklubgruppe persönlich durch die Ausstellungen in Brunshausen und in der Stiftskirche. Dazu sind allerdings nur noch acht freie Plätze zu vergeben. Wenn Sie noch mit dabei sein möchten, dann sagen Sie dieses bitte schnellstens unter der Rufnummer (05381) 940675 dem Harzklub-Kulturwart Klaus Schilling.
Der Unkostenbeitrag beträgt auch dieses mal 2 Euro, Jugendliche haben freien Eintritt.