Freundschaftsfeier mit getrüffeltem Rührei

Ehrengast Elisabeth Paetz-Kalich, die Mutter des Sehusa-Festes, probierte das getrüffelte Rührei. (Foto: Gebauer)

Club Seesen-Carpentras feierte Elyséevertrag/ Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk gab es auch

Seesen und die südfranzösische Partnerstadt Carpentras trennen 1.250 Kilometer. Doch an einem Tag im Januar sind sich beide ganz nah. Gefeiert wird dann der Jahrestag des Elysée-Vertrags. Unterzeichnet am 22. Januar 1963 vom deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle. Aus diesem Anlass zieht französisches Flair ins Städtische Museum Seesen ein. Ein besonderer Abend für alle.
Friedrich Orend, Vorsitzender vom Club Seesen-Carpentras, kann sich noch genau an den Beginn erinnern. 2002 war es, als ihn ein französischer Freund ansprach, was die Seesener am 22. Januar machen? So richtig wusste er nicht, was sein Freund meinte, das Datum war ihm nicht so geläufig. Beide Männer sprachen schließlich darüber – der Beginn einer schönen Tradition. Dabei wird der Freundschaftsgedanke in den Mittelpunkt gerückt. Schließlich wurde mit der Vertragsunterzeichnung aus ehemaligen Erbfeinden erst Nachbarn und dann Freunde. Aus Verbundenheit mit den Franzosen servieren die Seesener unter anderem eine Spezialität aus Car-
pentras – Trüffel. Der Rohstoff ist teuer und vor allem außerhalb der Saison, die Ende November vor Ort beginnt, schwer zu bekommen. Friedrich Orend plauderte aus dem Nähkästchen wie es ihnen bei ihrem Besuch Mitte 2015 in der Partnerstadt dennoch gelang. Über Beziehungen.
Wer Lust hat, die deutsch-französische Freundschaft zu feiern, kann kommen. Darauf legt der Club Seesen-Carpentras ganz viel Wert. 35 Gäste folgten der Einladung.
Im Foyer des Museums dominierten die Farben blau, weiß und rot. Zugleich nutzte der Partnerschaftsverein den Abend, um einer Frau einmal Danke zu sagen und ihr ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk zu machen. Nämlich Elisabeth Paetz-Kalich, die „Mutter“ des Sehusa-Festes. Sie feierte 2015 ihren 90. Geburtstag. Seit vielen Jahren sind die Franzosen mit einem Stand auf dem Fest präsent. Und das kommt bei den Festbesuchern an, der Stand ist sehr gut besucht. Sie war Ehrengast des Abends.
„Ja es ist anstrengend, aber ich habe auch viele Freunde gefunden und es macht mein Leben bunter“, sagt Friedrich Orend. Viermal im Jahr rücken sie die deutsch-französische Partner schaft mit beiden Städten in den Fokus.
Im Juni lädt der Club wieder zum Boule spielen ein. Auf dem Rasen vorm Museum frönen dann alle Interessierten diesem lockeren Wettstreit.