Früher Start in die Rübenkampagne

Nordzucker startet am heutigen Freitag in Nordstemmen und Schladen

Die niedersächsischen Zuckerrübenanbauer freuen sich zurzeit über die sonnigen Spätsommertage. Die Hackfrüchte können die Sonnenenergie gut gebrauchen, um in die Rübenkörper ordentlich Zucker einzulagern. Bislang erreichen die Zuckergehalte der Hackfrüchte nach Umfragen des Landvolk-Pressedienstes allenfalls Durchschnittsniveau. Für einige Zuckerrübenerzeuger beginnt allerdings bereits die Ernte der Rüben. Die Nordzucker startet relativ früh in die neue Rübenkampagne, sie beginnt am heutigen Freitag in Nordstemmen und Schladen, am Tag darauf sollen die Werke Clauen und Uelzen ihre Zuckerküchen wieder einheizen, das Werk in Klein-Wanzleben folgt am 10. September. Vier von insgesamt noch 22 deutschen Zuckerfabriken sind in Niedersachsen. Für die Landwirte ist eine frühe Ernte und Verarbeitung der Rüben mit Verzicht auf weitere Ertragszuwächse verbunden, auf der anderen Seite können sie aber nun das gute Wetter für die Aussaat der Folgefrucht auf dem Acker nutzen. Die sehr späten Anlieferungen erst im Dezember oder Januar dagegen sind mit besonderen Witterungsrisiken für die frostempfindlichen Rüben verbunden. Der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer stellt die Vor- und Nachteile bei seinen Mitgliedern zur Diskussion und hat auf seiner Website www.dnz.de einen Mitglieder-Blog eingerichtet, wo diese diskutiert werden sollen.
Auf einer Fläche von knapp 108.000 ha werden die süßen Hackfrüchte in Niedersachsen in diesem Jahr angebaut. Das ist knapp ein Drittel der bundesweiten Anbaufläche, die zur Kampagne 2001/12 knapp 360.000 ha betrug. Der Zuckerkonsum der Deutschen ist seit Jahrzehnten relativ konstant und bewegt sich auf einem Level von 33 bis 34 kg je Kopf und Jahr, mit eher rückläufiger Tendenz. Vehement widersprechen Rübenanbauer und Verarbeitungsunternehmen der Behauptung, wonach ein steigender Zuckerkonsum die Ursache für die zunehmende Zahl übergewichtiger Menschen in Deutschland sei. Ausschlaggebend ist dagegen die Energiebilanz, wobei Ernährungswissenschaftler aufgrund der geringeren Aktivität vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger von einem sinkenden Energieverbrauch ausgehen.
Die Vorliebe für Süßes ist vielen Menschen angeboren, sie können den Genuss süßer Leckereien als Stück Lebensfreude sehen und mit einem ausgewogenen Bewegungsprogramm gegensteuern.