„Fühle mich in Seesen sehr gut aufgehoben“

Katharina Studenroth in ihrem renovierten Büro – die Amtsgerichtsdirektorin hat sich an ihrer neuen Wirkungsstätte gut eingelebt.
 
Vorgänger Rolf Stratmann übergab im April die Leitung des Amtsgerichts in die Hände Katharina Studenroths.

Katharina Studenroth leitet seit einem halben Jahr das Amtsgericht in der Burg Sehusa

Für Katharina Studenroth ist „Veränderung die einzige Konstante im Leben“. Die neue Direktorin des Seesener Amtsgerichtes wurde in Krakau geboren, ist 49 Jahre alt und Mutter zweier Kinder.

Ihr beruflicher Werdegang war in der Tat von zahlreichen Wechseln geprägt. So war sie von 2001 bis 2008 als Richterin an den Amtsgerichten in Duderstadt und Göttingen und seit 2008 als Direktorin des Amtsgerichts Clausthal-Zellerfeld tätig.
Im November 2013 wurde Katharina Studenroth stellvertretende Direktorin des Amtsgerichts Wolfsburg, bevor sie im Februar dieses Jahres die kommissarische Leitung des Amtsgerichts Seesen übernommen hatte. Wenige Wochen später wurde sie dann offiziell die Nachfolgerin von Amtsgerichtsdirektor Rolf Stratmann.
Mittlerweile hat sich die neue „Chefin“ in der Burg Sehusa, dem Sitz des Seesener Amtsgerichtes, gut eingearbeitet in ihre neue Aufgabe. „Mir gefällt es in Seesen sehr gut, auch wenn ich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt meinen Dienst hier angetreten habe.“ Ungünstiger Zeitpunkt aus bautechnischer Hinsicht: Seit Monaten schon nämlich wird im Amtsgericht renoviert, insbesondere der Einbau der neuen Heizungsanlage strapazierte die Nerven der Gerichtsmitarbeiter sehr. Seit Montag dieser Woche ist die neue Heizung nun endlich in Betrieb, die restlichen Renovierungsarbeiten stehen noch aus.
Traditionsgemäß wird an historischer Stelle in der „Burg Sehusa“ Recht gesprochen. Das Gebäude ist zwar alt, erstmals erwähnt im Jahre 1282, dafür aber nun wieder mit moderner Technik ausgestattet. Ein avisisierter Umzug in das ehemalige Städtische Krankenhaus wurde vor einigen Jahresn schnell wieder zu den Akten gelegt. Durch die Renovierung und den Einbau der neuen Heizungsanlage war das Gerichtsgebäude zwischenzeitlich nicht gerade eine Wohlfühloase.
Dreck und Staub waren die unangenehmen Begleiterscheinungen, an kalten Tagen war es nicht möglich zu heizen. Das gehört nun aber endlich der Vergangenheit an.
Das Büro Katharina Studenroths ist nach erfolgreicher Renovierung bereits fertiggestellt. Und die neue Direktorin hat es sich hier durchaus gemütlich eingerichtet. Auch der Umgang mit den Kollegen gefalle ihr außerordentlich gut. „Wir haben hier tolle und motivierte Mitarbeiter,“ spart Studenroth nicht mit Komplimenten. Aber natürlich gebe es immer etwas zu verbessern. Insbesodere um die Barrierefreiheit sei es noch nicht zum Besten bestellt. „Aber daran werden wir in Zukunft arbeiten.“
Wenn Katharina Studenroth ihre Richterrobe anzieht, dann verhandelt sie in Seesen hauptsächlich Strafsachen. Ob Ladendiebe, Drogendealer oder Menschen, die wegen Gewaltdelikten auf der Anklagebank sitzen – sie alle warten in Seesen auf den Urteilsspruch Studenroths, die froh ist, nicht in Seesen zu wohnen. Das habe aber nichts mit der an sich sehr schönen Stadt zu tun, für sie als Richterin sei es schon von Vorteil, eine gewisse Distanz zu haben. Zu Hause ist sie im Eichsfeld, und das sei ganz gut so.
Insgesamt arbeiten im Amtsgericht Seesen 30 Mitarbeiter, darunter finden sich die Richter, die Rechtspfleger, Gerichtsvollzieher und Wachtmeister wieder. Zu ihnen allen hat Katharina Studenroth ein gutes kollegiales Verhältnis.
Ihre Freizeit gestaltet die erste Frau an der Spitze des Amtsgerichts Seeesen gern mit ausgedehten Spaziergängen mit ihrem Hund.