„Fühlen uns von den hohen Kosten überrannt“ 

Frank Giesecke, Vorsitzender von Haus & Grund Harz Nord empört sich über neue Energieeinsparverordnung

„Wir Hauseigentümer fühlen uns vom überzogenen Bürokratismus und von hohen Kosten überrannt. Das können wir nicht mehr schultern und unsere Häuser gleichzeitig in Schuss halten, geschweige denn, neuen energetischen Standards anpassen!“ Dies erklärte Haus & Grund Harz Nord anlässlich der Beratungen der neuen Energieeinsparverordnung 2012, die die Anforderungen an die energetische Qualität von Häusern wieder weiter verschärfen will. Dazu der 1.Vorsitzender Frank Giesecke: „Durch ständige Verschärfungen der gesetzlichen Anforderungen zum energetischen Standard von Häusern werden sich nicht nur die Baukosten immer weiter verteuern, sondern der Entschluss zum Bau immer unsicherer. Was heute gesetzlich in Ordnung ist, soll morgen schon einen Mangel darstellen. Unübersehbar hohe Kostenentwicklungen sind die Folge. Gleichzeitig feiert die Bürokratie Urstand“, so Frank Giesecke. Denn der Energieausweis soll zukünftig auch zwingend vorgelegt werden, auch wenn Käufer oder Mieter von Wohnraum daran gar kein Interesse haben.
„Die im Ausweis ausgewiesenen energetischen Kennziffern, also die energetischen Beschaffenheiten des Hauses, sollen dazu auch noch in Vermietungs- oder in Verkaufsanzeigen angegeben werden. Und alles das in Zeiten steigenden Wohnungsmangels in den Ballungsräumen. In vorauseilendem Gehorsam sind wir Deutschen beim Klimaschutz immer vorn. Das europäische Ausland interessiert sich überhaupt nicht dafür“, ereifert sich Frank Giesecke. Das alles gehe zu Lasten einer funktionierenden Wohnungswirtschaft. Schon lange gehe es dort nicht mehr so sehr um Rendite, sondern nur noch um Kostendeckung: „Wir wollen nicht immer in die Mangel genommen werden“, betont Giesecke.
Kräftig in die Mangel genommen wurde die Wohnungswirtschaft in den vergangenen Jahren bis heute allerdings. Neben immer stärkeren energetischen Anforderungen und deren Ausweis wurden Dichtigkeitsprüfungen von Abwasserleitungen gefordert, ohne dass es überhaupt irgendeinen Hinweis für eine Schadenslage gab – natürlich immer auf Kosten der Eigentümer.
So wichtig gutes und gesundes Trinkwasser ist und so unstreitig hier beste Qualitäten gewährleistet werden müssen, so überzogen und kostenträchtig sind die Anforderungen für Hauseigentümer und Vermieter bei der Prüfung des Trink- und Gebrauchswassers auf Legionellenkonzentrationen. Große soziale Schieflagen im Mietrecht kommen hinzu.
Heute sind es die Vermieter, die durch das Mietrecht zunehmend mehr drangsaliert werden, wie Frank Giesecke hervorhebt. Seit Jahrzehnten kämpft Haus & Grund für eine bessere Ausgewogenheit. Auch durch das anstehende Mietrechtsänderungsgesetz wird dies zur Bekämpfung des Mietnomadentums und zur besseren Umsetzung energetischer Modernisierung im Wohnungsbestand nicht ausreichend erreicht. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen: Innerhalb des Wahlkampfes auf Landes- und Bundesebene fordern die Oppositionsparteien auch noch eine zusätzliche Vermögensabgabe, die auch die Wohnungswirtschaft treffen soll.
Gemeinsam mit der Organisation des privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentums in Niedersachsen wendet sich Haus & Grund Harz Nord deshalb mit dem dringenden Appell an die Landes- und Bundespolitik, weitere Vermögensopfer für die Wohnungswirtschaft zu vermeiden und Entbürokratisierung dort voranzutreiben.