Für 40 Euro unter die Haube

Joana Oppermann, Marie Ahrens, Dahlia Dziggel und Lisa Riemer (von links) erfuhren reichlich Interessantes von Rainer Gorny.

Wir haben uns getraut und im Standesamt nachgefragt

Wir, vier Schülerinnen des Jacobson-Gymnasiums Seesen, führten im Rahmen des BuS-Projektes (Beobachter und Schule) ein Interview mit dem Standesbeamten Rainer Gorny im Rathaus der Stadt Seesen durch.
Meist denken wir Menschen bei dem Wort „Standesamt“ an Hochzeit, jedoch verwaltet es zusätzlich jegliche Formen von Urkunden, wie zum Beispiel Geburts- und Sterbeurkunden, aber natürlich auch Heiratsurkunden. Seit dem Jahre 1876 sind die Standesämter für Trauungen zuständig.
In Seesen geben sich jährlich durchschnittlich 80 Paare das Ja-Wort. Aber es kommt sogar schon mal vor, dass ein zukünftiges Ehepaar nicht zum festgelegten Termin erscheint! „Nein“ gesagt haben die Paare in der 22-jährigen Dienstzeit von Rainer Gorny allerdings noch nie. Auch die circa sieben homosexuellen Paare wurden erfolgreich getraut.
Die Kosten für die Anmeldung der 15-minütigen Trauung, die seit 1998 auch ohne Trauzeugen durchgeführt werden kann, belaufen sich auf 40 Euro zuzüglich zehn Euro für die Heiratsurkunde. Diese wird benötigt, damit die kirchliche Trauung anerkannt wird. Früher war es sogar eine Ordnungswidrigkeit, ohne standesamtlichen Trauschein kirchlich zu heiraten. Der Altersunterschied der Brautleute spielt keine Rolle, 20 bis 25 Jahre sind keine Seltenheit.
Außerdem fragten wir Rainer Gorny, welche Vor- und Nachteile sich hinter dem Beruf des Standesbeamten verbergen. Seiner Meinung nach sei es ein echter Traumberuf. Man lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen und jede Trauung ist durch verschiedene Kulturen und Sprachen individuell geprägt. Allerdings ist man, aufgrund der Sonderstellung als Standesbeamter, termingebunden und muss die Trauungen auch bei der Urlaubsplanung berücksichtigen.
An dieser Stelle möchten wir einen herzlichen Dank an Rainer Gorny aussprechen, der uns mit sehr viel Offenheit und Herzlichkeit empfangen und informiert hat.

Von Joana Oppermann, Marie Ahrens, Dahlia Dziggel und Lisa Riemer