Für die Hildesheimerin Claudia Bruns fiel Silberhohlspiel „ins Wasser“

Claudia Bruns fand in Seesen kein Taxiunternehmen, das sie mit dem Elektro-Rollstuhl befördern konnte. Foto: Jung

Für den Transport ihres Elektro-Rollstuhls kein Taxi gefunden

Seesen (G. J.). Die Hildesheimerin Claudia Bruns musste sich jetzt in den Asklepios Kliniken Schildautal einer Behandlung unterziehen. Zwischen den
diversen Anwendungen, die im Rahmen des Krankenhauses (Bruns: „Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt!“) erforderlich waren, erkundete die Domstädterin in
ihrem Elektro-Rollstuhl nicht nur die nähere Umgebung der Kliniken, sondern war auch schon mal in der Seesener City unterwegs. Der Transport des Rollstuhls im Bus der Lilia-Linie stellte kein Problem dar – Claudia Bruns: „Die Busfahrer waren ausgesprochen hilfsbereit.“ Probleme mit dem Rollstuhltransport gab’s dann allerdings am Sehusafest-Wochenende. Claudia Bruns bestellte für den Sonntag, 14 Uhr, ein Taxi, um sich den großen Festumzug anzusehen. Doch dann entschied sie sich für die Aufführung des Silberhohlspiels am Samstagabend und bat das Taxiunternehmen, sie doch bitteschön um 20 Uhr von der Klinik abzuholen. Der Mitarbeiter in der Taxizentrale meinte, „gut, dass Sie anrufen, ich hätte mich wegen des Sonntags ohnehin bei Ihnen gemeldet. Wir können Sie mit dem Elektro-Rollstuhl nicht befördern.“ Eine entsprechende Auskunft erhielt Daniela Bruns auch von einem anderen Seesener Taxibetreiber. Und so fiel für die Hildesheimerin das Silberhohlspiel „ins Wasser“. – Übrigens: Gestern wurde Claudia Bruns entlassen. Die Bemühungen der Schwestern um ein Taxi
fielen ebenfalls vergeblich aus. So war die Hildesheimerin gezwungen, ihre
Eltern zu bitten, sie mit einem VW-Transporter nach Hause zu bringen …


Leserbrief:

„Patienten werden im Rollstuhl sitzend transportiert“

Zum Beitrag „Silberhohlspiel fiel ins Wasser“ schreibt Susanne Bandura, Seesen: Am Mittwoch, 15. September, stand ein Bericht im „Beobachter“, in dem Frau Bruns schilderte, dass sie in Seesen kein Taxiunternehmen fand, die einen Elektro- Rollstuhl befördern konnte. Daher habe sie das abendliche Silberhohlspiel beim Sehusafest nicht besuchen können. Außerdem mussten sie
ihre Eltern von den Asklepios Kliniken abholen. Es ist schon traurig, wenn selbst die Seesener Klinik nicht über ihre ortsansässigen Beförderungsunternehmen Bescheid wissen. Bereits seit 2007 ist so eine Beförderung möglich. Vielleicht sollten die Bürger mal aufgeklärt werden.
Anbei ein Foto von einem entsprechenden Transport – auch in Seesen ist dies möglich. Dabei werden die Patienten im Rollstuhl sitzendtransportiert. Ich denke, das sollten die Seesener mal wissen. Wir verfügensogar über zwei Fahrzeuge, die Rollstühle befördern können.