Für Einbahnstraßenregelung ausgesprochen

Einzelhändler in der Poststraße haben sich dafür ausgesprochen, die Einbahnstraßenregelung im Rahmen der Stadtsanierung beizubehalten.

Stadtsanierung: Unterschriftenaktion von Gewerbetreibenden soll zu Umdenken im Rathaus führen

Die Pläne zum Ausbau der Poststraße im Rahmen des Seesener Stadtsanierungsprogramms stoßen bei den dort ansässigen Gewerbetreibenden auf wenig Gegenliebe. Schon bei der öffentlichen Informationsveranstaltung am 19. November (der „Beobachter“ berichtete) sprach sich eine Mehrheit gegen die Pläne aus.

Die zuständige Arbeitsgruppe um Professor Dr. Rainer Hobigk (Infraplan-Gesellschaft für Infrastrukturplanung mbH) erwägt unter anderem den Verkehr in der Poststraße künftig nicht mehr in einer Einbahnstraßenregelung zu führen.
Die ansässigen Einzelhändler und Unternehmer fürchten, sollte dieser Plan tatsächlich verwirklicht werden, vor allem einen Verlust von Parkflächen, der sich ihrer Ansicht nach negativ auf ihre Kundenzahlen auswirken würde.
Aus diesem Grund wurde nun eine Unterschriftenaktion gestartet, bei der sich die gewerblichen Anlieger der Poststraße klar für den Erhalt der Einbahnstraßenregelung aussprechen. Das Papier, das insgesamt vier Forderungen enthält, wurde von allen Gewerbetreibenden unterzeichnet und dem Bürgermeister vorgelegt.
Olaf Giebeler, Inhaber des Frechdachs, und Marion Wagner, Inhaberin des gleichnamigen Friseursalons, sind die Köpfe dieser Unterschriftenaktion. Gegenüber dem „Beobachter“ erklärte Giebeler: „Wir wollen mit dieser Aktion auf uns aufmerksam machen und den Verantwortlichen verdeutlichen, dass wir den Erhalt der Einbahnstraße als äußerst wichtig bewerten.“
Rückenwind erfahren die Geschäftsleute bei dieser Forderung nun auch von den Christdemokraten und Liberalen aus dem Rat der Stadt Seesen. Die Kommunalpolitiker beider Parteien sprechen sich wie der „Beobachter“ in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, ebenfalls für eine Beibehaltung der Einbahnstraßenregelung aus. Zudem möchten die Politiker nach erfolgter Umgestaltung auch ausreichend Parkflächen sichergestellt wissen.
Ein Wunsch, den auch die Gewerbetreibenden erfüllt haben möchten. „Die Seesener sind es gewohnt, direkt vor den Geschäften zu parken in denen sie einkaufen möchten. Wir befürchten, sollte nach der Umgestaltung weniger Parkraum zur Verfügung stehen, den Kunden das bitter aufstößt. Sehr zu unserem Nachteil“, so Olaf Giebeler. Ferner sind Giebeler und seine Mitstreiter besorgt, dass sich das Verkehrsaufkommen erhöhen würde, wenn die Poststraße nicht mehr als Einbahnstraße genutzt wird. Fußgänger sähen sich dadurch einer höheren Gefahr ausgesetzt.
Wie der Bürgermeister zu der Aktion der Gewerbetreibenden in der Poststraße steht ist nicht bekannt. Für eine Stellungnahme war Homann, aufgrund eines Berlin-Aufenthalts, nicht zu erreichen. Wie der „Beobachter“ jedoch aus Rathauskreisen erfahren konnte, soll die Unterschriftenaktion als so genannte Tischvorlage in der gestrigen Sitzung des Verwaltungsausschusses behandelt worden sein.
So wie sich die Stimmungslage aktuell darstellt, ist es jedoch nicht unwahrscheinlich, dass den Wünschen der Gewerbetreibenden Rechnung getragen wird. Dann würde im Übrigen auch das vierte Anliegen der Geschäftsleute erfüllt, nämlich von den Stadtverantwortlichen „in ihrer Meinung ernst genommen zu werden“.