„Fußball ist sein Leben!“

Von Seesen aus wechselt Massimo nun zu Hannover 96. (Foto: bo)
 
Motiviert bis in die Zehenspitzen: Massimo Röttger. (Foto: bo)

Massimo Röttger (13) wechselt von Union zu Hannover 96 / David Mediavialla gelobt

In der Fußballsparte des SV Union Seesen 03 wird offensichtlich ganz hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet: Nachdem Bundesligist Eintracht Braunschweig den Hahäuser Maurice Franke „entdeckte“ und in der Saison 2013/2014 unter seine Fittiche nahm, wird sich ein weiterer „Unioner“ vom Club an der Schildau verabschieden: Erstligist Hannover 96 entschied sich für den 13-jährigen Seesener Massimo Röttger, der nun in der anstehenden Punktrunde 2014/2015 in der U 14 (Landesliga) sein Talent unter Beweis stellen und eine große Chance Richtung „Profi“ wahrnehmen möchte.
„Fußball ist sein Leben!“, meint Mama Dijana Röttger und verweist darauf, dass ihr Sprössling bereits im zarten Alter von drei Lenzen das runde Leder attackierte. Von dieser Leidenschaft ist der junge Mann nicht mehr losgekommen, und davon können Betreuer, Trainer und Eltern ein Lied singen. Wer einmal in die Historie des Union-Fußballnachwuchses eintaucht, wird schnell erkennen, dass Massimo – wie auch andere Akteure des Vereins – auf eine respektable „Jugendkarriere“ zurückblicken kann: Der „Allrounder“ sammelte mit seinen Mitstreitern Meisterschaften und Turniersiege wie andere Briefmarken und war mit Hunderten von Toren nicht unmaßgeblich an den erzielten Erfolgen der SV-Teams beteiligt. Klar, dass den „Scouts“, das sind die Talentsucher namhafter Vereine, das fußballerische Können Massismos bei Kreis- und NFV-Auswahl-Spielen sowie beim DFB-Stützpunkt in Rhüden und last but not least beim Avacon-Cup ins Auge fiel.
Hannover 96 ist nun die neue Fußball-Herausforderung des Vorharzstädters, der bereits mit den „Roten“ beim hochkarätig besetzten internationalen Turnier in Belgien gegen Teams wie Anderlecht und Barcelona eine gute Figur machte. Und: „Er passt in das Team menschlich und charakterlich gut rein“, sagte ein 96-Betreuer. Eine Aussage, über die sich die Eltern von Massimo merklich freuen. Sie freuen sich aber vor allem darüber, dass ihr Sohnemann auf dem Teppich bleibt, ehrgeizig in der Schule ist und nicht damit angibt, beim Bundesligisten Hannover 96 zu spielen; das sei nicht seine Art. Papa Michael Röttger: „Er will einfach das zeigen, was er drauf hat, will seine spielerischen Fähigkeiten verbessern und alles dafür tun, um in der Startelf zu stehen“.
Mit Trainingsbeginn in Hannover wird sich der Alltag bei den Röttgers mit Blick auf das viermalige Training, die Punktspiele am Wochenende sowie mögliche Auswahlspiele gravierend verändern. Lehrerin Dijana Röttger: „Jetzt ist eine Mega-Organisation beim Fahrdienst erforderlich. Aber das kriegen wir, auch mit Hilfe von Verwandten, Bekannten und Freunden, auf die Reihe!“ Beim Fahrdienst mischt Michael Röttger kräftig mit, und er bringt dafür einige Opfer: „Ich habe meine Fußballschuhe an den Nagel gehängt und werde beim SV Union auch nicht mehr als Betreuer tätig sein können. Das ist mir Massimo wert.“
Der Abschied vom SV falle gleichwohl schwer, hätten doch die Betreuer und Trainer in den verflossenen Jahren die Grundsteine für den Erfolg Massimos gelegt, betonen die Röttgers, die dem aktuellen Jugendtrainer Mediavilla ein Extra-Lob zollen: Mit seinem hohen Anspruch, der Teilnahme des Nachwuchses an überregionalen Turnieren und seinem sozialen Engagement habe David besondere Maßstäbe gesetzt.
Übrigens: Massimo Röttger kann sich über seine Erfahrungen bei Hannover 96 demnächst mit Maurice Franke austauschen. Der Hahäuser, der, wie berichtet, von Union zu Eintracht Braunschweig und jetzt zum VfL Wolfsburg wechselte, besucht nach den Ferien mit dem Seesener die Klasse 8 des Jacobson-Gymnasiums.

Info: Nachwuchsförderung bei Hannover 96
Die Fußball-Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96 ist langfristig, systematisch und individuell angelegt, heißt es im Internetportal des Bundesligisten: „Wir möchten unseren Spielern eine hervorragende fußballerische Ausbildung ermöglichen und zwar im : Grundlagen-, Aufbau- und Leistungsbereich.“ Im Aufbaubereich von der U14 bis zur U16 seien in den Nachwuchsmann­schaften vor allem Spieler aus der Stadt und Region Hannover aktiv. Sportlich gehe es im Aufbaubereich um die Optimierung der technischen Fähigkeiten. Und zunehmend werde im Aufbaubereich die Trainingsintensität erhöht. Wichtig seien diesbezüglich vor allem die Steigerung der persönlichen Fitness, der Ausdauer und der Schnelligkeit jedes einzelnen Spielers. In diesem Alter entscheide sich meistens, wer das größte Talent habe, um den Sprung in den Leistungsbereich zu schaffen. Und da gerade in dieser Alters­phase die Doppelbelastung von Schulpflichten und Sport sehr hoch sei, könne und wolle nicht jeder Spieler diesen Schritt gehen. Die Verantwortlichen des NLZ würden alles tun, damit die Spieler in jeder Stufe ihrer fußballerischen Ausbildung zu zuverlässigen und selbstbewussten Persönlichkeiten avancieren könnten – wichtige Voraussetzungen, um sich auf dem weiteren Lebensweg durchsetzen zu können. Wer letztlich über sich hinauswachsen und im Leistungsbereich Fuß fassen wolle, müssen Willenskraft Entschlossenheit, Ehrgeiz, Geduld, Hartnäckigkeit, Kampfgeist, Fleiß sowie Verantwortung – für Mitspieler und sich selbst – unter Beweis stellen. Hannover 96 plant mittlerweile ein neues Nachwuchsleistungszentrum am traditions­reichen Eilenriedestadion. Die Kosten für des gesamten Umbauprojektes an der Eilenriede wurden mit 20 Millionen Euro veranschlagt.