Gebürtiger Oberschlesier Andreas Blyss profitiert von Zweisprachigkeit

Rudolf Götz mit den Seminarteilnehmern.
Unterstützt durch Mittel des Landes Niedersachsen wurde in Goslar ein dreitägiges Seminar mit Deutschlehrern aus Oberschlesien/Oppeln durchgeführt. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Erwachsenenbildung bei der Spra­chvermittlung zu erläutern.
Die hauptsächlich aus der Umgebung Oppelns angereisten Kursteilnehmer gehören zur deutschen Minderheit in Polen. In der Woiwodschaft Oppeln sind bei etwas mehr als eine Million Menschen rund 20 Prozent der deutschen Minderheit zuzurechnen. Der Seesener Landtagsabgeordnete Rudolf Götz, in seiner Funktion als Beauftragter des Landes für die Heimatvertriebenen, hatte sich maßgeblich für die Durchführung dieser Fortbildung eingesetzt.
Der Seesener Unternehmer Andreas Blyss erläuterte in einer Interviewrunde seine besonderen geschäftlichen Möglichkeiten durch seine Zweisprachigkeit. Als gebürtiger Oberschlesier lebt er seit 1996 in Seesen. Sein Betrieb zum Vertrieb von Pkw-Anhängern aller Art, die zum Teil in Rosenberg, Bezirk Oppeln, hergestellt werden, hat er in Polen zwölf Beschäftigte und in Seesen 21 Beschäftigte.
Andreas Blyss: „Ich profitiere davon, in Polen und in Deutschland in der jeweiligen Landessprache mit den Behörden und Geschäftspartnern verhandeln zu können.“
Im Auftrag der Erwachsenenbildung in Niedersachsen führt die Sprachexpertin Stephanie Pasdika die insgesamt vier Seminare durch. Dazu die aus Goslar stammende Fachfrau: „Ich bin von dem Wissen und dem Engagement meiner Teilnehmer begeistert. Sie werden bei den 20- bis 60-Jährigen nach dem Modell unserer Volkshochschulen neue Bildungsanreize für die deutsche Sprache vermitteln.“ Nach dem Kennenlernen der Kreisvolkshochschule Goslar wird die KVHS in Wolfenbüttel und die dortige Bundesakademie besucht. Durch die Unterbringung im Haus Zeppelin in Goslar konnte auch die Arbeit einer Heimvolkshochschule begleitet werden.
Niedersachsen fühlt sich als Patenland der Schlesier verpflichtet, durch die Unterstützung der deutschen Minderheit im Oppelner Land ihre besondere Brückenfunktion für die Beziehungen mit Polen anzuerkennen.