Geburtstagsgesellschaft entgeht im Holzhaus nur knapp einer Katastrophe

Direkt über dem Eingangsbereich zum Holzhaus soll der Schwelbrand entstanden sein. Die Seesener Kräfte bekämpfen die Glutnester im Dachbereich.

Glück im Unglück: Schwelbrand wurde früh entdeckt und so Schlimmeres verhindert. Was aber, wenn es in der Nacht passiert wäre?

Es sollte eine gemütliche Geburtstagsrunde werden um am darauffolgenden Sonntag den 52. Geburtstag des Hauseigentümers zu feiern. Mit den Gästen aus Nordrhein-Westfalen befanden sich insgesamt sieben Personen im Holzhaus in der Lauthenthaler Straße, als man den „Brandgeruch“ bemerkte. Da man selbst die Rauchentwicklung nicht lokalisieren konnte, wurde ein Notruf abgesetzt.

Am Samstagabend gegen 20.40 Uhr erfolgte dann die Alarmierung der Seesener Ortsfeuerwehr. „Unklare Rauchentwicklung“ lautete die Meldung, die rund 40 Kräfte der Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu einem Holzhaus auf einem zurückgelegenen Grundstück an der Lautenthaler Straße - etwa in Höhe des Steinway Parks - beorderte. „Die Geburtstagsgesellschaft“ hatte das Haus bereits verlassen und verfolgte das Geschehen aus sicherer Entfernung. Auch die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten den Brandherd nicht sofort eindeutig eingrenzen. Die Rauchentwicklung im Dachgeschoss war enorm. Der erste Angriffstrupp mit Julian Würziger und Jan Broszeit wurde dann direkt über dem Eingangsbereich zum Holzhaus fündig. „Nach dem wir im Inneren mit der Wärmebildkamera nichts feststellen konnten entdeckten wir ein Flackern über der Eingangstür. Nachdem wir dort die Verkleidung entfernt hatten, zündete es leicht durch.“, erklärt Feuerwehrmann Würziger gegenüber der Zeitung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Schwelbrand bereits durch die Dämmung des Daches gefressen. Mit einer Kettensäge wurde im Treppenhaus der Dachbereich von innen geöffnet und mit Wasser der Schwelbrand gelöscht.

„Das Kabel zum Bewegungsmelder war verkohlt und könnte der Auslöser gewesen sein“, betont Ortsbrandmeister Wolfgang Sachse. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn es in der Nacht gebrannt hätte. Im Haus gibt es keine Rauchmelder“ fuhr er fort. Damit sprach er die Gefahr eines unentdeckten Schwelbrandes an, bei dem schon viele Menschen im Rauchgas ihr Leben lassen mussten. Bei einem Vollbrand wäre es zusätzlich eine große Herausforderung für die Einsatzkräfte geworden, da das Gebäude auf einem zurückgelegen Grundstück liegt, welches für die Einsatzfahrzeuge schwer anzufahren sei. An diesem Tag jedoch, hatte die schnelle Reaktion auf den Brandgeruch, Schlimmeres verhindert. Und am Montag, hieß es, werden Rauchmelder gekauft. Über 70 Prozent der Brandopfer sterben nachts in den eigenen vier Wänden. Dabei ist das Feuer nicht maßgeblich Schuld, sondern zu über 90 Prozent der Rauch. Diese Brandtoten starben an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. Rauchmelder helfen Wach zu werden und können auf diese Weise Leben retten. Als vorbeugender Brandschutz haben sich diese Geräte bereits bewährt und sollten in keinem Haushalt fehlen. Mehr Informationen zu den kleinen Lebensrettern, finden Sie auf der Homepage der Seesener Ortsfeuerwehr www.feuerwehr-seesen.de unter der Rubrik „Tipps ihrer Feuerwehr“.