„Gemeinsam dem Horizont entgegen gehen“

Christiane Raczek begrüßte die weiblichen Gäste.
 
Bei einem Gläschen Wein kamen die Damen zusammen.

Beim 9. Damenmeeting wurde über die Hospizarbeit im Allgemeinen und speziell in Seesen gesprochen

Der Tod ist oft vorhersehbar. Manchmal kann er aber auch ganz plötzlich kommen. Das wird einem in den Momenten bewusst, in denen man tragische Meldungen im Radio hört oder in der Zeitung liest. Besonders betroffen ist man, wenn jemand aus dem näheren Umfeld stirbt; der eigene Großvater, die Freundin aus Kindertagen oder der alleinstehende Nachbar. Zwangsläufig wird jeder früher oder später mit dem Tod konfrontiert. Äußerst belastend wird die Situation für Angehörige, wenn sie für den Sterbenden entscheiden müssen, weil er selbst es nicht mehr kann und keine Vorsorge getroffen hat.
Unheilbar kranke Menschen psychosozial zu unterstützen und ihre körperlichen Beschwerden zu lindern – das ist Aufgabe der Palliativversorgung. Sie legt sich wie ein schützender Mantel (lateinisch „pallium“) um Schwerstkranke und Sterbende. Als am 7. April 1983 die erste Palliativstation an der Chirurgischen Klinik der Universität zu Köln eröffnet wurde, musste man Deutschland noch als palliativmedizinisches Entwicklungsland bezeichnen. Heute gibt es hierzulande mehr als 400 Palliativstationen und Hospize. Die Seesener Horizont Hospiz-Initiative ist im Jahre 2002 aus einem bereits mehrere Jahre bestehenden ökumenischen Arbeitskreis hervorgegangen und verfügt inzwischen über einen gut etablierten, ambulanten Dienst der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen. Je mehr das gesellschaftliche Tabuthema Tod gebrochen wird und die Bedürfnisse Sterbender und ihrer Angehörigen ins öffentliche Bewusstsein treten, desto mehr Aufgaben und Herausforderungen zeigen sich. Grund genug, beim jüngsten Damenmeeting auf dieses Thema aufmerksam zu machen und Spenden für die Seesener Horizont Hospiz Initiative zu sammeln.
Die Veranstalterinnen des Damenmeetings hatten am Freitagabend in das Bürgerhaus eingeladen. Bei diesem Abend in netter Gesellschaft bei Wein und Zwiebelkuchen wollten die Damen allerdings nicht nur etwas Gutes für sich tun – wie bei den bisherigen Treffen auch, sollte ein besonderes Projekt aus dem sozialen beziehungsweise kulturellen Bereich in der Region Seesen unterstützt werden. Dabei wurde wieder allen Gästen die Möglichkeit gegeben, sich durch Geldspenden für die Einladung und den Abend zu bedanken. Zu Gast waren beim nunmehr neunten Damenmeeting unter dem Motto „Es gibt nichts Gutes, es sei denn – man tut es“ das Ehepaar Renate und Kurt Hoppe. Beide hatten sich bereit erklärt, über den ehrenamtlichen Dienst der Horizont Hospiz Initiative zu informieren.
Kurt Hoppe gab eine interessante Einführung zum Thema Hospizarbeit. Er sprach unter anderem über die Entstehung und die Entwicklung der Palliativversorgung und gab einen kleinen Einblick in die stationäre und ambulante Hospizarbeit. Im Anschluss sprach Renate Hoppe speziell über die Seesener Horizont Hospiz Initiative. Übrigens: Zur Namensfindung „Horizont“ hatten unter anderem Gedanken wie „Was sichtbar ist, liegt davor“, „Gemeinsam dem Horizont entgegensehen“, „Hoffnung auf einen neuen Morgen“ oder auch „Der Bereich zwischen Himmel und Erde“ beigetragen.