Gemeinsam stark werden

Propstei-Synode beschließt mit großer Mehrheit die Fusion mit Gandersheim.

Am Mittwoch kam die Propstei-Synode der evangelisch-lutherischen Propstei Seesen zu einer besonderen Tagung im Seesener Kirchenzentrum zusammen. Zum Auftakt hielt Propst Thomas Gleicher eine Andacht in der St.-Andreas-Kirche zum Thema der aktuellen terroristischen Gewalt. Er hob dabei ab auf die zentralen Aussagen des christlichen Glaubens, nach denen der unschätzbare Wert der Liebe die Gewalt nachhaltig in die Schranken weisen kann.
Die Tagung im Kirchenzentrum selbst war dann sehr entspannt. Schließlich ging es um die basisbezogene Regelung eines sehr genau vorbereiteten Tagesordnungspunktes. Nach jahrelangen Vorgesprächen stand nunmehr ein finaler Schritt auf Seiten der Seesener Synodalen an. Nach kurzer Aufbereitung des bisherigen Prozesses bat der Propst um die Stimmabgabe.
Zum Wahlvorstand wurden Bertold von Gadenstedt (Ehrenmitglied) und Pfarrer Dennis Sindermann (beide Volkersheim) bestimmt. Verwundert über das klare Ergebnis der geheimen Wahl war offenbar niemand, denn so wählten die 35 stimmberechtigten Synodalen: 28 sprachen sich für die Fusion aus bei nur sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung. Nun muss nur noch die Propstei-Synode Bad Gandersheim die letzten Schritte gehen. Das wird für Anfang Dezember erwartet. Auch hier ist die Lage an sich schon absehbar. Denn bei einer Informations-Veranstaltung beider Propsteien im Laufe des Novembers hatten beide Synoden schon vorab intern grünes Licht gegeben.
Vorausgesetzt, dass alle weiteren Schritte so laufen, wie es die Verantwortlichen eingefädelt haben, dürfte die Fusion der beiden Propsteien Anfang 2017 abgeschlossen und in klare Gesetzesform gegossen worden sein. Dass dieses Jahr 2017 nun ausgerechnet ein bedeutsames Reformations-Jubiläum ist, ist im laufenden Prozess ein Zufallsobjekt. Aber irgendwie gehört das auch zum Glück der Geschichte. Wichtiges geschieht eben im richtigen Moment. Und damit schließt sich der Kreis. Liebe überwindet Grenzen. Aber sie lässt auch Veränderungen zu.
Aus der Landessynode berichtete der Propst noch, dass sie bis zum Jahr 2030 insgesamt 84 Pfarrer einstellen (lassen) will. Das ist ein sehr zukunftsbezogener Schritt, den die Synodalen dann auch ausdrücklich begrüßten.