Gemeinschaftssinn ist nicht mehr so ausgeprägt

Der Vorstand der Kleingärtnervereins am Papenkamp. (Foto: Strache)

Kleingärtnerverein am Papenkamp zieht Bilanz / Wenig Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen

Von Maximilian Strache,
Seesen

Zügig verlief die diesjährige Jahreshauptversammlung des Seesener „Kleingärtnervereins am Papenkamp“. Vorsitzender Rolf Dannemann hatte die Sitzung gut vorbereitet und handelte die 14 Tagesordnungspunkte souverän ab.
In seinem Jahresbericht erinnerte Dannemann an die gemeinsamen Stunden am Vatertag und an die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des Vereins. Die Weihnachtsfeier im letzten Jahr musste aufgrund der Witterungsverhältnisse ausfallen. Die großen Schneemengen im Dezember machten ein Betreten der Kleingartenanlage unmöglich.
Der Bericht von Kassenwart Norbert Martin gab keinen Grund zur Beanstandung. Der Vorstand wurde durch einstimmiges Votum der Versammlung entlastet.
Ein leichtes Raunen ging dann aber bei der Genehmigung des Haushaltsplanes 2012 durch die Reihen im Vereinsheim. Norbert Martin und Rolf Dannemann hatten noch kurz vor Beginn der Sitzung einen kleinen Spaß ausgeheckt. Die Verlesung der voraussichtlichen Ausgaben wurde ergänzt durch einen Posten im Haushaltsplan, der den Titel „Ausflug des Vorstandes“ trug und mit rund 1200 Euro zu Buche schlagen sollte. Ein Scherz, dem die Mitglieder aber schnell auf die Schliche kamen.
Auch bei den angesetzten Wahlen gab es keine wirklichen Überraschungen. Horst Heinecke, der sich nach gesundheitlichen Beschwerden auf dem Weg der Besserung befindet, wird zur Freude aller Vereinsmitglieder das Amt des 2. Vorsitzenden und Fachberaters ausführen. Norbert Martin wird sich auch weiterhin um die Vereinsfinanzen kümmern.
Ärger bereitet den Kleingärtnern jedoch jedes Jahr aufs Neue die mangelnde Bereitschaft einiger Mitglieder, die gepachteten Gärten in Schuss zu halten. Ferner nehmen es manche der Pächter auch nicht so ganz genau mit der rechtzeitigen Bezahlung der Pacht. Inzwischen, das berichtete Dannemann gegenüber dem „Beobachter“, seien viele Gärten an deutsch-russische Familien verpachtet. Diese Gärten würden sich zwar in einem exzellenten Zustand befinden, und auch die Pachtkosten würden stets regelmäßig auf das Konto des Vereins eingehen. Leider, so Dannemann, wäre aber das Interesse an gemeinsamen Aktivitäten mit den anderen Vereinsmitgliedern sehr gering. „Es wird immer schwieriger, Mitglieder zu finden, die sich im Verein engagieren. Es bleibt meistens auf den Schultern einiger weniger liegen, die bereit sind, sich für das Wohl des Vereins einzusetzen“, sagt Dannemann.
Derzeit ist ein einziger Garten in der schön gelegenen Kleingartenkolonie zwischen Seesen und Bornhausen unbesetzt. Alle, die Interesse an einem Kleingarten haben und bereit sind, die notwendigen Pflegearbeiten durchzuführen, sind herzlich willkommen und können sich an den Vorsitzenden wenden.