Gesunde Kapitalausstattung und keine Kreditklemme!

Präsentierten sich zufrieden nach der Vertreterversammlung 2012: Aufsichtsratsvorsitzender Ewald Dobler sowie die drei Volksbank-Vorstandsmitglieder Armin Gernhöfer, Wolfgang Keunecke und Dieter Brinkmann (von links).
 
„Das Jahr 2011 war für die deutsche Wirtschaft ein gutes Jahr“, so Gernhöfer.

Vertreterversammlung der Volksbank auf Traupes Tenne in Harriehausen

Zufriedene Mienen bei der Vertreterversammlung der Volksbank eG in Alfeld, Bad Gandersheim, Bockenem, Langelsheim und Seesen: Die turnusmäßige Zusammenkunft fand am Dienstagabend in Harriehausen in Traupes Tenne statt. Nach der Eröffnung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Ewald Dobler sprachen die beiden Vorstandsmitglieder Armin Gernhöfer und Dieter Brinkmann über das Geschäftsjahr 2011, die Vorlage des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2011 sowie den Lagebericht. Bevor Gernhöfer mit seinem Rückblick über das vergangene Geschäftsjahr begann, zeigte er einen kurzen Film, der die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2011 aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport zusammenfasste.
Im Anschluss referierte er über die Bedingungen, die den Rahmen für die wirtschaftlichen Zahlen der Volksbank im letzten Jahr stellten. „Das Jahr 2011 war für die deutsche Wirtschaft ein gutes Jahr“, so Gernhöfer. Das Bruttoinlandsprodukt sei im vergangenen Jahr preisbereinigt um drei Prozent gewachsen. Durch die gute Konjunktur habe sich auch die Arbeitsmarktlage in 2011 weiter verbessert.
Der allgemeine Preisdruck habe allerdings im Jahr 2011 merklich zugenommen. Die Inflationsrate erreichte im vergangenen September mit 2,6 Prozent einen Höhepunkt. Im Jahresdurchschnitt waren es 2,3 Prozent. „Vor allem die Energiepreise waren maßgeblich für die Teuerung verantwortlich“, erklärte Gernhöfer vor den rund 250 anwesendenVertretern. Eine Entspannung der Lage um die hochverschuldeten Staaten der Währungsun­ion sei in 2011 leider nicht erfolgt. Vielmehr verschärften sich die Refinanzierungsprobleme der finanzschwächeren Euro-Staaten.
„Der Euro ist das Symbol der europäischen Integration“, fuhr Gernhöfer fort. Er habe sich als stabil erwiesen und sei als internationale Anlage- und Reservewährung anerkannt. Gernhöfer verweist auf die Staatsschuldenkrise, die die Währungsgemeinschaft auf eine starke Bewährungsprobe stellt. „Hat der Euro eine Zukunft?“ Diese Frage stelle man sich immer öfter und es geistern ständig neue Szenarien durch die Medien, die sogar vor dem Zerfall der Währungsunion nicht zurückschrecken, berichtete Gernhöfer. „Wir können sicher davon ausgehen, dass uns weitere spannende Monate bevorstehen.“ Umso mehr freute es Gernhöfer, dass die Ratingagentur Standard & Poor’s Ende letzten Jahres das Rating der Genossenschaftlichen FinanzGruppe um eine ganze Stufe auf AA- angehoben hatte. „Das zeigt, dass wir mit unserem Geschäftsmodell richtig liegen“.

„Hort der Sicherheit und Stabiliät“

Die genossenschaftlichen Banken verfügen mit diesem Ratingergebnis über die höchste Bonitätseinstufung unter Deutschlands Banken, die nicht im Staatsbesitz sind. „Ihre Volksbank eG steht seit fast 150 Jahren als ein Hort der Sicherheit und der Stabilität“, berichtet Gernhöfer. „Unsere Bank wird von Ihnen, unseren Mitgliedern, getragen und verfügt über eine gesunde Kapitalausstattung. Bei uns gibt es keine Kreditklemme.“
Er finde es daher auch als äußerst ärgerlich und wettbewerbsverzerrend, wenn staatlich gestützte Banken das Geld der Steuerzahlung nutzen, um mit marktfernen und betriebswirtschaftlich fragwürdigen Konditionen im Markt zu operieren. Gernhöfer berichtete während der Vertreterversammlung in Harriehausen auch darüber, dass die Finanzkrise zu einer beispiellosen Regulierungswelle in der Finanzkrise geführt hat. „Unser Geschäftsmodell, Einlagen lokal hereinzunehmen und diese als Kredite an die örtliche Wirtschaft wieder herauszugeben, wird von immer mehr Menschen für gut befunden. Unsere Antwort auf Globalisierung und Konzentration lautet: Dezentralität, Stärke vor Ort und in der Region, Solidarität sowie Mitglieder- und Kundennähe. Das ist es, was uns antreibt. Das ist der genossenschaftliche Erfolgsweg, unser einzigartiger Vorteil schon seit nunmehr fast 150 Jahren.“
Er kam auch auf das anstehende Jubiläum der Volksbank zu sprechen, die in 2013 ihr 150-jähriges Bestehen feiern kann. „1863 von 32 weitblickenden Handwerkern und Händlern gegründet, hat sie sich zu einer starken Gemeinschaft von mehr als 46.000 Mitgliedern und Kunden entwickelt“. Gernhöfer gab außerdem noch einen Überblick über das regionale Engagement der Volksbank, die im vergangenen Jahr Schulen und Kindergärten, Jugendfeuerwehren und Sportvereine, soziale, karitative und kirchliche Einrichtungen, musikalische und kulturelle Veranstaltungen unterstützt hat. Diese Unterstützung erfolgte teilweise unter Mithilfe der VR-Gewinnspargemeinschaft und der Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken. „Viele Vereine und Einrichtungen können nur mit großem ehrenamtlichem Engagement aufrecht erhalten werden und diese Region wäre ohne dieses Engagement ein großes Stück ärmer.“
Anschließend verlas der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Otto-Karl Behrens die zusammenfassenden Schlussbemerkungen des Prüfungsberichtes des Genossenschaftsverbandes. Ewald Dobler stellte in den folgenden Tagesordnungspunkten die Feststellung des Jahresabschlusses 2011 sowie die vorgeschlagene Gewinnverwendung und die Entlastung des Vorstandes den Vertretern zur Abstimmung vor. Die Vertreterversammlung folgte den Vorschlägen und stimmte den genannten Punkten zu.