Gewerkschaft fordert „mehr Moos für die Blumenbranche“: Valentins-Euro für Floristinnen

„Valentins-Euro“ für die Floristinnen: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt im Kreis Goslar hat sich für ein „Trinkgeld fürs Blumenbinden“ stark gemacht. Der Valentinstag sei eine gute Gelegenheit, die Arbeit der Floristinnen mit einem Extra-Bonus zu würdigen. Die IG BAU reagiert damit auf die nach ihren Angaben „zu stiefmütterliche Bezahlung“ der Floristinnen im Kreis Goslar.
„Das blühende Geschäft mit Blumen zum Valentinstag hat eine welke Seite: Die Floristinnen im Kreis Goslar arbeiten oft zu niedrigen Löhnen“, sagt Karl-Heinz Ehrenberg. Der Vorsitzende der Floristen-Gewerkschaft IG BAU Braunschweig-Goslar spricht vom „wachsenden Frust hinter den Blumentheken“. Der Job der Floristinnen sei einfach zu schlecht bezahlt: „Viele Floristinnen gehen mit rund 1.360 Euro brutto nach Hause. Und das für einen Vollzeitjob. Das ist nicht einmal die Hälfte des durchschnittlichen Haushalts­einkommens in Deutschland“, so Ehrenberg. Er kündigte an, dass die IG BAU zur Jahresmitte „in harte Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern der Floristenbranche“ treten werde.
„Mit dem ‚Valentins-Euro’ wollen wir die ‚Blumen-Chefs’ nicht einen Cent von ihrer Verpflichtung befreien, endlich faire Löhne zu zahlen. Er ist aber eine Anerkennung für die gute und kreative Arbeit, die die Floristinnen leisten, und ein beschämendes Signal an die Arbeitgeber“, so der Gewerkschafter. Hinter jedem Blumenstrauß, so die Floristen-Gewerkschaft, steckt ein hartes Stück Arbeit: „Die Floristinnen haben kaum mehr als zehn Minuten Zeit für ein Gebinde. Der Arbeitstag beginnt frühmorgens mit Kistenschleppen auf dem Großmarkt und endet nicht selten nach zwölf Stunden mit Rückenschmerzen vom langen Stehen“, so Karl-Heinz Ehrenberg. Das sei auf jeden Fall ein „Trinkgeld als Dankeschön wert – gerade am Valentinstag“.