Gewerkschaft ver.di unterstützt „Schlecker-Frauen“

Die Schleckerfiliale in Seesen soll zum Wochenende geschlossen werden. (Foto: Kiehne)

ver.di-Ortsvereinsvorsitzender Charly Gottschalk überreicht Unterschriftenliste / „Schicksal geht uns alle an“

Seesen (bo). Die Verhandlungen um die insolvente Drogeriekette Schlecker gehen weiter. Deutschlandweit wurde eine Solidaritätswelle mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgelöst, so auch in Seesen. Zähe Verhandlungen hatten Anfang März zwischen ver.di und dem Insolvenzverwalter über die Zukunft der Schlecker-Beschäftigten begonnen. Oberste Priorität in diesen Verhandlungen war das Ziel, möglichst vielen Menschen eine Perspektive bei Schlecker zu geben.
Der ver.di-Orstvereins-Vorsitzende Charly Gottschalk konnte nun eine Unterschriftenliste an die Bezirksgeschäftsleitung von ver.di Süd-Ost Niedersachsen übergeben. Innerhalb von knapp zwei Wochen hatten 56 Kundinnen und Kunden sowie Gewerkschafter aus Seesen erklärt, dass sie sich solidarisch mit den Beschäftigten erklären.
Dem Aufruf stand voran die Erklärung des ver.di-Bundesvorstandes: „Das berufliche und menschliche Schicksal der Menschen, die bei der Drogeriekette Schlecker arbeiten, geht uns alle an. Es sind die „Schlecker-Frauen“, die zusammen mit ihrer Gewerkschaft ver.di und gegen viele Widerstände aus den Führungsebenen dafür gesorgt haben, dass sich die Arbeits- und Einkommensbedingungen in diesem großen Unternehmen nach und nach verbesserten.“ Und an die Kundinnen und Kunden: „Die Beschäftigten dürfen nicht für das frühere Image ihres Arbeitgebers abgestraft werden. Deshalb sagen wir auch laut und deutlich: Die Verkäufe in den Filialen gehen weiter und es gibt keinen Grund, Einkäufe bei Schlecker zu meiden. Das wäre ein falscher und sehr ungerechter Weg.“ Trotz der Dichte von Drogeriemärkten in Seesen, merkt Gottschalk an, hätten das die Kundinnen und Kunden überwiegend verstanden. Leider habe aber in den vergangenen Jahren ein beratungsresistenter Inhaber nicht die Weichen für eine neue nachhaltige Zukunft für das Unternehmen und seine Beschäftigten gestellt. Gottschalk: „Wir hoffen, dass es für die Frauen in Seesen eine gute Perspektive nach langer Zeit der Ungewissheit und des Leidens gibt.“